Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 335)
- Language
- German
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217 Schwarz aufs heftigste bekämpft1). Ich zweifle nicht, dass es Schwarz einzig und allein um dieWahrheit zu tun war. Meiner unmassgeblichen Ansicht nach ist es aber ebenso zweifellos, dass in unserem Falle die Wahrheit auf Estoris Seite liegt. In nachstehendem wird es unsere Aufgabe sein: erstens zu versuchen, ob Estoris Ansicht sich begründen lässt, und zweitens Schwarz’ Einwände2) gegen ihn zu widerlegen. — 1. a) Und ״Jehoschua nahm das ganze Land . . . Yon dem ״kahlen“ Berge3 4) der sich hinaufzieht nach Secir, bis Baal Gad in der Ebene des Libanon am Fusse des Hermon (Jos. 11,16—17). 4 בקעת הלבנון) ist bekanntlich die Ebene zwischen dem Libanon und Antilibanon, von den Alten Koifo! 2vq{cc, Coelesyrien, heute aber el-Bkäca genannt. Will man nun nicht den Yers auf den Kopf stellen, wird man gern einräumen, dass hier das bekannte Sec1r nicht gemeint sein kann, und zwar aus doppelten Gründen: erstens hat dieses Sec1r, slidl. vom Toten Meere, niemals zu Erez Jisroel 5) gehört 6), weil es weder Moses, noch viel weniger Josua eingenommen hat; zweitens betont ja der Vers: ״Und Josua nahm“, eingenommen aber hat Josua ausschliesslich das Westjordanland. Wir glauben daher, unser Sec1r mit Sehcaräh zusammenstellen zu dürfen, einem Namen, den die nördlichste Gegend der Libanonkette geführt hat 7). Einen ״kahlen Berg“ aber, der sich hinaufzieht nach Sec1r (=Schcaräh) gab es nur einen, und das war — unser Djebel el־cAkrä! — ß) ״Und das sei euch die Grenze gegen Mitternacht: Von dem grossen Meere sollt Ihr euch abmarken bis zum Berge Hör; 1j Das hl. Land 6, 18—19. S. auch Neubauer a. a. O. 9. 2) Hierbei werden wir uns auch mit Buhl, Geographie des alten Pa•׳ lästina S. 66, der auch indirekt Estori angreift, auseinanderzusetzen haben» 3) ההר החלק העלה שעיר. Siehe auch Gesenius WB s. v. שעיר. 4) Wörtlich: Libanonspalte, von בקע, spalten. Dieses Tal ward auch ״syrischer Graben“ genannt. 5) So nennt Ez. 47,18 das Ostjordanland, insoweit es nämlich Besitz «der zweieinhalb Stämme war. Vgl. Raschi zur Stelle. 6) Reuben’s Süd-Grenze war der Arnon. Sehr lag aber mindestens 11m hundert Km. südlicher als der Arnon. 7) Vgl. Horowitz, מהקרי ארץ אבותינו, Jerusalem 1910 S. 27.