Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 334)
- Language
- German
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216 Erez Jisroel, auswärts von da ist Ausland“ (b. Gittin 8 a). So״ die Baraita. Auf Grund dieser Baraita hält es Friedmann1 2) für ausgemacht, dass Hör ha-Har identisch sei mit Taurus Amanus. Der Amanus ist aber kein palästinensisches, sondern ein kleinasiatisches Gebirge. — Man möchte hier fast Hildesheimer beipflichten, welcher sagt: ״Es geht damit, wie mit der Übersetzung von טורוס אמנוס הור ההר, welche so stereotyp geworden . . .“. Allein, diese Übersetzung existiert höchstens in den späteren Targumim; sonst, wie z. B. in der citierten Baraita,, kommt der Amanus selbst gar nicht in Betracht. Der Abhang eines Berges ist ja noch lange nicht der Berg selbst. Übrigens kann ״vom Abhange des Amanus und herwärts“, oder besser ״südwärts“ ebensogut auch exclusiv des ״Abhanges“ gemeint sein. Und das ist sehr wahrscheinlich. Sodann aber kann hier nur noch der Djebel el-cAkra in Betracht kommen, weil er allein ja unmittelbar an den Amanus grenzt. - Diese Ansicht fand sehr bedeutende Anhänger, aber auch ebenso heftige Gegner. Bitter 3) sagt: ״Der jüdische gelehrte Geograph Estori. . Zeitgenosse Abulfedas . . hatte seine Topographie dieses Landes im Jahre 1322 unter dem Titel Kafthor wa-Ferach beendigt, hat sich viel Mühe gegeben..,, diese Grenzbestimmungen des Alten Testaments im Lande selbst nachzuweisen. Er fand den Namen Hör zwar auch nicht, überzeugte sich aber, die dadurch bezeichnete Grenzstelle ... in einem Berge wiedergefunden zu haben...“ Fürst4) übersetzt die fragliche Stelle ohne Bedenken mit ״Djebel el cAkra“, freilich ohne jedwede nähere Begründung und ohne unseren Autor auch nur mit einem Sterbenswörtchen zu erwähnen. Während nun der gründliche Bitter Estoris Ansicht stillschweigend acceptiert und der gelehrte Fürst sich offen zu ihr bekennt, wird sie vornehmlich von Babbi Joseph 1J Bei Luncz, Jerusalem, Jhg. II, 33 ff. 2) Beiträge zur Geographie Palästinas, Berlin 1886, S. 54, 381. 3) Erdkunde, Westasien, Berlin 1852 Bd. XVI3, S. 6f. — Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Ludwig Ritter von Zepharovich, k. u. k. österr.- ung. Konsul zu Jerusalem, auch an dieser Stelle aufrichtigst Dank zu sagen, für seine Freundlichkeit, mit welcher er mir sein Exemplar dieses Werkes zur Verfügung gestellt hat. 4) S. dessen Bemerkungen in seiner Bibelausgabe zur Stelle.!