Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 192)
- Language
- German
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73 Janow. 1789 folgte er einem Rufe nach Bamberg, wo er bis 1794 die Rabbinatsstelle bekleidete1). In diesem Jahre übernahm er das Landesrabbinat in Kassel2 *), wo er als Mitglied des westfälischen Konsistoriums in vorgerücktem Lebensalter sich dazu hergeben musste, die Jacobson’schen Reformen mit seinem Namen zu decken *). Dort starb er am 21. Mai 1814 im 77. Lebens- Jahre. Aus seiner Ehe mit Reehel, der Tochter des Bendit Hambürg (s. d.) in Fürth, gingen mehrere Kinder hervor. Sein Sohn Wolf (geb. 1761, gest. 1828) war Vorsteher in Fürth und stand als Gelehrter und Wohltäter in grossem Ansehen 4); er war in erster Ehe mit Hanna Ullmann aus Pfersee und in zweiter Ehe mit Esther Nathan5) aus Schwabach verheiratet Seine Söhne sind als Abnehmer der Fiirther Talmudausgabe a. 1882 verzeichnet. Wolf Berlin und seine Geschwister werden auch vom Drucker David Zirndorf erwähnt, der von ihnen die Talmudbände des R. Lob Berlin und seines Bruders R. Noach Chajim Zbi käuflich erworben hatte, um die darin befindlichen Glossen und Korrekturen in der von ihm besorgten neuen Talmudausgabe (Fürth 1829 und 1832) zu veröffentlichen. R. Wolf Berlin, der kurz zuvor gestorben war, wird in der Vorrede des Druckers zur ed. 1829 in rühmender Weise hervorgehoben. Auch der Verfasser des נעזזת עד (Fürth 1787 S. 40 b) bezeichnet ihn als seinen Wohltäter. Ein anderer Sohn des R. Löb Berlin, namens Koppel, lebte in Baiersdorf und wird als Subskribent des מנחת יהודה (Fürth 1801) verzeichnet. R. Löb Berlin hatte während seiner RabbinatStätigkeit in Bamberg von Denunzianten viel zu leiden. Die gegen ihn eingeleitete Untersuchung zeigte schliesslich die völlige Grnndlosig- *) Vgl. Eckstein, Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg, S* 176 ff. 2) Vgl. Mtsch. 1910 S. 519. 1799 stand er auf der Kandidatenliste für das Rabbinat der Dreigemeinden Altona, Hamburg und Wandsbek. ף Vgl. Jahrbuch VI, 228. 4) Vgl. Eckstein, Nachträge, S. 35. B) Vermutlich Schwägerin seines Bruders Noach Chajim Hirsch (s. o.), Tochter des Elia Bär Nathan in S c h w a b a ch, Enkelin und Namensträgerin der Esther, einer Tochter des bekannten R. Abraham Brod.