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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 186

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 186)
Language
German
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IRI
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67 und seinen Prozess mit dem Druckherrn Ahron Frankel in Sulzbach erwarb er sich einen unrühmlichen Namen1). Ein R. Bär wirkte sehr lange als Arzt in Fürth, ebenso (sein Sohn?) R. Salomo Bär. Da beide der Praxis nicht mehr nachkommen konnten, beschloss die israelitische Gemeinde 176Ö, einen neuen Arzt anzustellen, der wie bisher üblich 50 fl. von der *Gemeinde bekam, wogegen er sich verpflichten musste, täglich :zweimal ins Spital zu kommen und ausserdem, solange R. Bär liebte, ihm wöchentlich 2 fl. zu geben, wie auch die Gemeinde diesem die gleiche Summe von 2 fl. wöchentlich bei freier Wohnung bewilligte. R. Bär starb bald darauf. Um die Arztstelle bewarben sich Salomo von Bamberg, Mosche aus Halberstadt und Wolf aus Niederehnheim. Der Erstgenannte wurde gewählt mit der Bedingung, dass er sich nicht mehr rasieren dürfe, sondern einen Bart tragen müsse und dass er auch ״keinen Degen und Zopf Baruk (Perücke) tragen darf“. Indessen starb Salomo und die Wahl fiel jetzt auf R. Wolf, der auf drei Jahre aufgenommen wurde. Er trat im Juni 1760 die Stelle an und erhielt auf sein Ansuchen von der Gemeinde eine Gratifikation von 150 fl. als Ersatz für Reisespesen, sowie ein ״aufgerichtetes Bett“, da er wegen schneller Abreise kein Bettzeug mitnehmen konnte und alles mit Schaden verkaufen musste2). Dr. Wolf war in Halle geboren als Sohn des gelehrten R. Henoch3), genannt Enoch Jakob, der mit 19 anderen Glaubensgenossen vom Kurfürsten von Brandenburg 1692 die Erlaubnis erhielt, sich in Halle niederzulassen. Sein Sohn Wolf liess sich, nachdem er seine ärztlichen Studien in Halle beendigt hatte, zur Ausübung seines Berufes in Hamburg nieder4), übersiedelte 0 Weinberg, die hebr. Druckereien in Sulzbach (Jahrb. I, 49) und Mtsch. 1906 S- 94 ff. 2) Protokollbuch der isr. Gemeinde v. J. 1760. 3) R. Henoch wird als הישיש התורני המופלא מוהרר הענוך האלי von R. Jonathan im 3 ,40 כרתי ופלתי erwähnt. Im Fürther Protokollbuch wird Dr. Wolf als בן תתורני המפורסם רב העגוך ד,אלי bezeichnet. Jente, die Schwester des Dr. Wolf, war an Herz Bär in Frankfurt a. O., den Grossvater von Meyerbeer, verheiratet. Zur Familie Halle vgl. meine Blätter für jüd. Gesch. u. Lit. HI, 110. 4) Grunwald, Hamburgs deutsche Juden, S. 61.

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