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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 185

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 185)
Language
German
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66 Sohn Wolf die Apotheke weiter führen wollte, geriet er mit dem Nürnberger collegium pharmaceuticum in Konflikt. Die medizinischen Fakultäten von Jena und Leipzig und das Dekanat des Augsburger collegii medici traten auf die Seite der Nürnberger Apotheker und erklärten es für unstatthaft, dass ein Jude die Erlaubnis zur Führung einer Apotheke erhalte. Toleranter war der Bamberger Dömpropst und wies die Klage ab, nachdem Dr. Wolf Löw nachgewiesen hatte, dass er die gesetzlichen Vorbedingungen zur Führung einer Apotheke erfüllt und die vorgeschriebenen Prüfungen abgelegt habe. Das Zeugnis, das ihm der Stadtphysikus Dr. Batz von Neustadt a. A. ausstellte, bestätigt, dass er sich ״bei seinen Diseursen mit dem Examinaten tarn ex re medica quam pharmaceutica wohl vergnügt habe“1). Wolf führte auch den Titel ״Leibarzt der Dompropstei Bamberg“ und erhielt 1680 — 1683 die Erlaubnis, in Nördlingen während der Pfingstmesse seine Magen- und Brustwasser, wie auch andere Medikamente, öffentlich zu verkaufen, ״da bisher keine Klage gegen ihn eingelaufen, dannenhero von selbsten folge, dass seine Medicamente nicht ohne zugeschriebene Wirkung gebraucht worden seien“2). Die Apotheke bestand noch 1699. Von Fürth wrandte sich Wolf nach Prag, wo er hochbetagt am 8. Siwan (12. Juni) 1712 starb3). Hirsch, sein älterer Bruder, war gleichfalls Arzt und Apotheker in Prag und starb dort 1700 4). Auf einem Grabstein vom Jahre 1703 (Kaufmann-Gedenkbuch S. 431) wird ein Arzt Jizchak genannt; ob er in Fürth lebte, konnte ich nicht ermitteln. 1712 war Dr. Ahron Schwab, ein brandenburgischer ״Erbschutzverwandter“ Ärztin Fürth; durch unsaubere Geldgeschäfte 1) Henle, Geschichte der Juden im ehemaligen Kurfürstentum Ansbach, S. 172; Fronmüller, Chronik von Fürth, S. 92. 2) Müller aa. O. 3) Hock, die Familien Prags, S. 22, wo jedoch der Wochentag nicht stimmt, da der 8. Siwan auf Sonntag fiel. Sein Sohn Lob starb zwei Jahre früher; seine Frau Esther starb 1701, sein Sohn Feisl im gleichen Jahre (Hock das. und S. 346). Bei Hock S. 344 ist zu dem Jahre תכ״א ein Lob b. Ascher Lämel Rofe aus Fürth verzeichnet; derselbe Eintrag findet sich wiederholt S. 345 zu dem Jahre תג״א. Das letztere ist richtig, da im Jahre 451 der 4. Tamus auf Sonntag fiel, was 421 nicht der Fall war. 4) Hock, S. 345; seine Frau Perl st. 1706 (das. S. 21).

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