Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 150)
- Language
- German
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31 schriftswidrigen Ausführung der Gebote gegeben wäre. Eine befriedigende Erklärung müsste beide Vorzüge zu verbinden suchen. Ein solcher Versuch soll hier unternommen werden. Wo von סכנה oder שעת סכנה im Talmud gesprochen wird, da ist gewöhnlich darunter die Zeit der EeligionsVerfolgungen, die שעת השמד zu verstehen; vgl. z. B. Sahbath 21b, 130a; Kethuboth 2b u. m. a. In solchen Zeiten, wo die Beobachtung der Thoragebote bei schweren Strafen untersagt, oft auch mit dem Tode bedroht wurde, bestrebte man sich natürlich, die Ausübung derselben vor den Augen feindlicher Späher zu verbergen. Da mag es denn häufig vorgekommen sein, dass man die Mesusa an einen Stock oder hinter der Türe anbrachte, um sie zu verbergen und im Notfall auch leicht und rasch entfernen za können« Bei den Tefillin müssen wir etwas ähnliches annehmen. Man hat sie rund statt eckig gestaltet, um sie besser unter dem סודר, d. i. das Tuch, mit dem das Haupt bedeckt und eingehüllt wurde, verbergen zu können. Man wollte auf diese Weise der Forderung des Thoragebotes genügen und sich gleichzeitig der Gefahr entziehen, die mit seiner Ausübung verknüpft war. Darauf und für jene Zeit lehrte die Mischna: Wer das Gebot der Tefillin oder der Mesusa, um sich vor Gefahren zuschützen, in vorschriftswidrigerWeise und im Gegensatz zur überlieferten Halacha ausübt, der hat seinen Zweck nach beiden Seiten hin verfehlt; er möchte die .מצוד ausüben und doch der סבנה entgehen, aber gerade das Gegenteil ist der Fall: .ואץ בה מצוד na» die Gefahr ist noch immer vorhanden, denn, wenn er entdeckt wird, dann wird der Feind nicht untersuchen, ob die Tefillin בשר oder פסול sind, er wird die Strafe über den Träger unter allen Umständen verhängen. Es bleibt also die סכנה immer vorhanden. Andererseits hat er die .מצוד doch nicht geübt, weil er sie nicht nach der Halacha ausgeführt, so dass er nicht einmal die Genugtuung hat, für ein heiliges Gebot leiden zu müssen. In einem solchen Verfahren, der augenblicklichen Notlage Concessionen zu machen, liegt ja in der Tat eine Gefahr für die Zukunft. ״ גדרה עבידא דבטלהDerartige Geseroth mit Verfolgung»- dekreten werden ein Ende nehmen“ lautet der Grundsatz unserer alten Weisen. Wenn aber eine solche unzulässige Ausführung der