Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 147)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3486266-3486281--3081-3489447- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 ren Ansicht: שדדו שומעות קולו ומפילות war es das Geräusch dieser Schuhe, welches sie, in der Meinung, es rühre vom Feinde her, so sehr erschreckt hatte. In allen Fällen waren die Schuhe, deren Träger ein Jude war, die Urheber der Katastrophe, aber nicht das Werkzeug, womit das Unglück geschah. Erwägt man nun, dass es in Kriegszeiten an und für sich ein Gebot der Vorsicht und der Klugheit ist, die eignen Scharen so auszurüsten, dass man auch von ferne Freund und Feind unfcerscheiden könne und dass damals, während der Zeit der שמד und der hochgradigen Feindseligkeit gegen alles Fremde, ohnehin die Tendenz herrschte, sich in allem und jedem von den verhassten Heiden abzusondern, so wird man es begreiflich und berechtigt finden, dass man einen solchen Anlass, wie das in den Quellen berichtete Unglück, dazu benutzte, um das Anziehen solcher Schuhe zu verbieten. Mit Recht wirft daher Jeruschalmi die Frage auf, da das Verbot nur aus Furcht vor dem Ueberfall der Feinde eingeführt Wurde, so musste es doch mit der Wiederkehr ruhiger Zeiten ausser Geltung gekommen sein, worauf dann die bereits erwähnte Antwort erteilt wird. Die Ursache, warum dieses Verbot nur auf Sabbath- und Festtage ausgedehnt wurde und nicht auch auf die übrigen Tage der Woche, wird in den beiden Tal müden erörtert. .״ מעשה כי הוה בשבת הודDas traurige Ereignis hat sich am Sabbath zugetragen.“ Dieser Punkt macht es nun sehr wahrscheinlich, dass wir den Ursprung und den Anfang dieser Verordnung in der Zeit der Syrerkämpfe zu suchen haben. Wie wir aus I. Makkabäerbuch 2, 31—37 wissen, hatten sich die frommen Glaubenskämpfer der damaligen Zeit anfangs geweigert, am hl. Sabbath auch nur einen Stein zu ihrer Verteidigung gegen die Feinde zu schleudern, geschweige denn die Waffen zu gebrauchen und wurden sie infolge dessen erbarmungslos niedergemetzelt, als sie in einer solchen Höhle aufgefunden und entdeckt wurden1). Auch das in den Talmuden berichtete Unglück mag zu jener Zeit vorgefallen sein. Wäre es ein Wochentag gewesen, so hätten sie sich zu tapferer Gegenwehr gerüstet und das vermutete Herannahen der Feinde hätte sie nicht mit solchem lähmenden Entsetzen erfüllt; Nur das Bewusstsein, dass 1) Vgl. }dlinek Beth ha-Midräsch I, 139.