Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
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den der Höhle die Fußspuren solcher caligae, wie sie für gewohnlich nur die Feinde zu tragen pflegten. Unglücklicherweise führen diese Fußspuren noch nach aussen, durch das נהפך סנדלו של אחד מחם. Mussten diese gehetzten und ohnedies in steter Todesangst lebenden Flüchtlinge nicht zu der Annahme kommen, ein römischer Soldat habe ihr Versteck aufgespürt und sei rasch umgekehrt, um es seiner Heeresabteilung, den in der Nähe lagernden Feinden zu verraten? Dadurch ist die Panik entstanden, bei der sie sich im Innern der Höhle zusammendrängten, so dass viele von ihnen erdrückt wurden. Es war aber nur, wie man zu sagen pflegt, ein blinder Lärm, es war kein Fremder und kein Feind dagewesen, die Fußspuren rührten von einem der Ihrigen her. Die veranlassende Ursache des Unglückes war demnach einzig und allein in der Tatsache gelegen, dass einer der Ihrigen solche den römischen caligis ähnliche Schuhe trug, und keineswegs darin, dass sie sich mit diesen Schuhen gegenseitig niedergetreten haben, da sie im allgemeinen derartige Schuhe nicht trugen; denn sonst hätte sie eine solche Fußspur nicht so erschrecken können. Die andere Relation erzählt wieder, nicht die Fußspur, sondern das Geklapper, der wuchtige und geräuschvolle Tritt dieser Schuhe, der von ausserhalb der Höhle zu ihnen gedrungen war, und der, wie wir hinzufügen müssen, von einem der Ihrigen herrührte, habe sie erschreckt, weil sie glaubten, der Feind habe ihr Versteck aufgespürt und sei im Begriff sie zu überfallen und dadurch sei die Panik hervorgerufen worden. Dabei ist es gleichgültig, ob sie in einer Höhle oder in einer Synagoge versammelt waren. Ganz in derselben Richtung bewegt sich die Relation des Jeruschalmi; sie ist nur formell verschieden, im Wesentlichen stimmt sie mit der des Babli überein. Nach der einen Ansicht sind die Frauen vom Schrecken ergriffen worden, durch den Anblick der mit glänzenden Nägeln besetzten Spitze der caligae. (Vergl. oben die speculatoria caliga bei Sueton.) Da der Hintergrund der Höhle gewöhnlich tiefer liegt als der Eingang, so haben die Frauen im Innern zunächst nur die Schuhe und nicht den Träger gesehen und glaubten einen römischen resp. syrischen Soldaten vor sich zu haben: שהיו רואות דאשו ומפילות. Nach der ande-