Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 143)
- Language
- German
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24 Aus diesem Grunde und weil das Ereignis am Sabbath sich zutrug, untersagte man das Anlegen solcher Schuhe am Sabbath. Wodurch diese Panik hervorgerufen wurde, darüber teilt der Talmud zwei Eelationen mit. Nach der einen hätten sie unter sich ausgemacht, dass niemand das Versteck verlassen dürfe, um nicht den Feinden und Spähern gegenüber zum Verräter zu werden. Unglücklicherweise hatte einer der Mitanwesenden die Schuhe verkehrt an, so dass die Fusspuren im Boden statt nach innen nach aussen zeigten. Infolgedessen glaubten sie, ihr Versteck sei verraten und die Feinde kämen näher heran. Sie drängten sich nunmehr so aneinander, dass sie sich gegenseitig, wie man annehmen muss, mit ihren Schuhen erdrückten. Es fielen dieser Katastrophe, so heisst es in dem Berichte, mehr zum Opfer als durch Feindeshand. Ein anderer Bericht des B. Ilai sagt hingegen, sie hätten ein Geräusch oberhalb der Höhle vernommen und das habe sie so sehr erschreckt, da sie der Meinung waren, die Feinde kämen, dass sie sich zusammendrängten, wodurch viele von ihnen erdrückt wurden. Nach einer anderen Version waren sie in einer Synagoge und nicht in einer Höhle versammelt, im Uebrigen hat sich auch das Unglück in der geschilderten Weise zugetragen• Immer waren es die genagelten Schuhe, die das Unglück herbeigeführt hätten, wie Baschi daselbst bemerkt, שהיו סנדליהן מסומרין כעין אותן שעושין לרגלי הסוסים ראשיהן עבין denn ihre Schuhe waren, wie die Hufeisen der Bosse, mit dickköpfigen Nägeln versehen. Es ist jedoch bei nüchterne!־ Ueberlegung unbegreiflich, wieso gerade den Schuhen der Hauptanteil an diesem Unglück beigemessen wird. Wenn viele Menschen in einem engen Baume sich befinden und es bricht eine Panik aus, dann entstehen immer Unglücksfälle, das lehrt die Erfahrung gar häufig, gleichviel welcher Art die Beschuhung ist. Aehnliche Unglücksfälle sind schon mehrfach am Versöhnungstage in Synagogen vorgekommen, wo doch nach der religiösen Vorschrift das leichteste Schuhwerk getragen wird. Wenn es schon soweit gekommen ist, dass die Menschen in wilder Hast und in unsinniger Angst aufeinander und Übereinander losstürmen, so ist ein mehr oder weniger schweres Schuhwerk nicht von wesentlicher Bedeutung für die Grösse des Unglücks. Und dennoch müssen die Schuhe die Katastrophe