Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 133)
- Language
- German
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14 XXXII. In אברת דר״ נתן Kap. 34 lesen wir: ,עשרה שמות נקרא רוח הקדש: משל, מליצה, חידה, דברר, אמירת, תפארת, צוד משא, חדרן, נבואה. Für das an sechster Stelle stehende תפארת, welches doch kein Ausdruck für רוח הקדש ist, setzt der Gaon K. Elia z. St. das Wort: קריאה. Ob diese Glosse wirklich vorn Gaon herrührt, muss bezweifelt werden. In den Parallelstellen, Bereschith r. c. 44, Jalkut zu derselben Stelle, Midrasch שה״ש c. 3, 4, Agadath Bereschith c. 14, wo die zehn Ausdrücke der נבואה, deren sich die Propheten bedienen, aufgezählt werden, steht an Stelle von תפארת das Wort הטפה, während der Ausdruck קריאה nirgends erwähnt wird. Es ist auch naheliegender anzunehmen, dass das weniger bekannte חטפה von einem Abschreiber in תפארת verderbt wurde. Unmittelbar darauf folgt dort in :אבות דר״נ עשרה לשונות נקראת שמחה ואלו הן: ששון, שמחה, גילה, רנה, דיצה, צהלה עליזה, חדוה, תפארת, עליצה. Auch hier setzt der Gaon für תפארת das Wort עליסה. Vergleicht man jedoch die Parallelstelle Jalkut Jesaias 54, ll), so steht dort an dessen Stelle: פצחה. Diese Lesart empfiehlt sich besser, weil sie wenigstens einen Stammbuchstaben mit תפארת gemein hat und der Stamm עלם durch die beiden lantverwandten עליזה und עליצה genügend vertreten ist. Bei alledem ist jedoch Vorsicht geboten, denn wir sind in der Lage nachzuweisen, dass die Lesart תפארת an dieser Stelle schon uralt sein muss. Das Pijutstück, welches wir am zweiten Schabuothtage im Mussafgebete sagen — es beginnt mit den Worten אזהרת ראשית — ist offenbar nichts anders als die Einleitung zu einer Aufzählung der אזהרות, d. h. der 613 Gebote, ähnlich wie wir sie am ersten Festtage rezitieren. Wegen טירחא דצבורא sind sie am zweiten Tage weggelassen worden, so dass wir nur noch Einleitung und Schluss vor uns haben. Dass diese Einleitung zu den ältesten Pijutstücken zählt, ergibt sich aus der einfachen, kunstlosen, des Keimes entbehrenden Form. Vgl. Sachs קובץ מ״י הגאונים S. 99, der diese Pijutim auf die Saboräerepoche zurückführen will. 1J Statt נבואת hw עשרת?1שונות ist dort wohl של שמחה zu lesen. Der zehnte Ausdruck fehlt dort; es ist ששון zu ergänzen.