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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 130

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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11 Die obige Sentenz hat demnach eine doppelte Bedeutung. Nehmen wir das Wort סמיכה in seiner konkreten Bedeutung als ״Stütze“ oder ״Lehne“, dann ist sie als hygienische Massregel aufzufassen: ״Es ist besser angelehnt zu stehen, als ohne Lehne zu sitzen“. Nehmen wir es jedoch in seiner übertragenen Bedeutung als ״Verleihung des Babbititels“, dann ergibt sich ein ganz neuer Gedanke: ״Es ist für dich vorteilhafter, in Palästina zu lernen, denn dort winkt dir die Aussicht, die סמיכה zu erlangen, was in Babylonien ausgeschlossen ist. Und selbst wenn du in Babylonien bereits in der Reihe der sitzenden Schüler deinen Platz hast und in Palästina als Anfänger noch stehen müstest, so ist doch עמידה שיש בה סמיכה ein Stehen mit Aussicht auf Semicha noch immer besser als ישיבה שאין בה סמיכה als ein Sitzen ohne Aussicht, die Semicha zu erlangen“. Wer für die Worte unserer alten Weisen ein feines Gehör besitzt, dem wird es nicht entgangen sein, dass manchmal auch in rein halachischen Sätzen ein Unterton mitklingt, der eine ethisehe Sentenz in sich birgt. Chullin 46a wird erzählt: Es kam einst ein feindliches Heer nach der Stadt Pumbeditha. Rabba und R. Josef wollten entfliehen, da begegnete ihnen R. Sera und rief ihnen zu: ״ ערוקאי כזית שאמרו במקום מרהIhr Ausreisser, das olivengrosse Stück, von dem unsere Weisen gesagt, dass es an der Leber vorhanden sein muss, wenn das Tier כשר sein soll, es muss sich an der Stelle der Galle befinden“. Der berühmte Verfasser des כרתי ופלתי (JoreDeah41,l) hat bereits gefühlt, dassR.Sera damit einen leisen Tadel über ihr Vorhaben verknüpfen wollte, indem er sie mit dem Anruf ערוקאי apostrophierte und gerade diese halachische Sentenz ihnen zurief, als sie im Begriffe waren, sich vor der drohenden Gefahr in Sicherheit zu bringen. Seine dort gegebene Erklärung ergänzend und verbessernd sagte der Chatham Sofer זצ״ל, der תלמיד חכם wird ״ זיתOlivenbaum“ genannt, vgl. Sanhedrin 24 a: זיתים אלו תיח שבבבל . R. Sera wollte ihnen mit dieser Sentenz sub rosa zu verstehen geben, der תי׳ח solle nicht in der Stunde der Gefahr die anderen ihrem Schicksal überlassen und sich selbst in Sicherheit bringen, der זית solle vielmehr במקום מרה am Orte der ״Bitternis“ verweilen und ausharren und mit seinem Volke die Gefahren teilen. — So habe ich es, wenn mein Gedächtnis

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