Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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10 Von E. Jose wissen wir, dass er Landwirtschaft betrieb1)• Das bezeugt sein der obigen Stelle unmittelbar folgender Ausspruch: מימי לא קריתי... .ולשורי שורי רנד. Er sagte statt ״meine Frau“ stets ״mein Haus“ und den Stier nannte er ״mein Feld“, weil, wie Easchi erklärt, dieser durch seine Arbeitsleistung den Ertrag des Feldes mehrt, wie die Frau die Trägerin des Hauses und die Hauptperson in demselben ist• Es ist daher als sicher anzunehmen, dass er auch diesen schönen Brauch seines Zeitalters — E. Jose war Schüler des E. Akiba, (Jebamoth 62 b) — übte und bei der Geburt seiner Söhne jedesmal eine ״Zeder“ pflanzte. Er konnte daher mit Eecht sagen: ונטעתי חמשה ארדם. Dass er es aber auch im figürlichen Sinne gemeint hat, wie es מהרש״א erklärt, das beweist der Zusatz בישראל: ich habe fünf Zedern in Israel gepflanzt. Damit ist die Doppelbedeutung dieses Ausspruches erwiesen. Ein weiteres Beispiel sei aus Kethuboth lila hier angeführt. Dort erzählt die Gemara folgendes: Eabba weilte in Babylonien. Seine Brüder forderten ihn auf, nach Palästina zu kommen, um bei E. Jochanan zu lernen. ״Solltest Du jedoch“, so heisst es dort weiter, ״in Babylonien verbleiben wollen, so beachte drei Dinge: Sitze nicht zuviel, denn das viele Sitzen schadet den Unterleibsorganen; stehe nicht zuviel, denn das viele Stehen ist für das Herz schädlich; gehe nicht zuviel, denn das viele Gehen schwächt die Sehkraft“. Zum Schluss heisst es sodann: ישיבה ״ שאין בה סמיכה עמידה שיש בה סמיכה נוחה הימנהEs ist besser angelehnt zu stehen, als ohne Lehne zu sitzen“. Mit dieser Sentenz wollten sie ihrem Bruder offenbar zu verstehen geben, dass es für ihn vorteilhafter wäre, in Palästina zu studieren. Ausserhalb des heiligen Landes durfte bekanntlich die סמיכה, die der Lehrer dem zum Lehramt befähigten Schüler erteilte und mit der die Verleihung des Titels ״Eabbi“ verknüpft war, nicht vorgenommen werden,אין סמיכה בחוצה לארץ (Sanhedrin 14a). Wir wissen ferner, dass die jüngeren Schüler im Lehrhause beim Vortrage ihres Lehrers stehen mussten, während die älteren und reiferen sitzen durften. Vgl. Chullin 54 a und Jahrbuch VI S. 85. *) Es wird aber auch erwähnt! dass er eine Gerberei hatte. Sabbath 49a.