Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 128)
- Language
- German
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Umdeutung• der Worte, als charakteristisches Merkmal eines וזבם gewählt. Sanliedrin 107 a heisst es: בת שבע war von Anbeginn als Frau für König David bestimmt, אלא שאבלה פנה nur hat er sie als unreife Feige genossen. Vergegenwärtigen wir uns, dass בת שבע der Singular von בנות שבע, und dass dies die Bezeichnung einer bekannten Feigenart ist (Masseroth II, 8), die langer Zeit zu ihrer Reife bedarf, so liegt das Wortspiel auf der Hand. Es war bestimmt, dass ״ בת שבעdie reife Feige“ David angehören soll, er aber hat die Zeit nicht abgewartet und hat sie als פגה als ״unreife Feige“, als verbotene Frucht, sich angeeignet. Sabbath 118b sagt R. Jose: חמש בעילות בעלרד ונטעתי המשה ארזים בישראל. Er freut sich seines Familienglückes und sagt von seinen fünf Söhnen: ״ich pflanzte fünf Zedern in Israel“. Die naheliegende Frage, warum er seine Söhne ״Zedern“ nennt, beantwortet מהרש׳ א ה״א damit, dass sie nachträglich hervorragende Männer, grosse Gelehrte geworden sind, auf die man das Psalmwort 92, 12 צדיק בתמי יפרה כארז בלבנון ישנא anwenden durfte1). Er findet dann noch eine kleine Schwierigkeit in der darauf folgenden Frage der Gemara, die jedoch nach dem folgenden sich von selbst erledigt. Die Erklärung des מהרש״א ist so einfach, dass wohl jeder Lernende sich diese Antwort von selbst gibt. Dennoch bin ich der Meinung, dass diese Worte des R. Jose auch in ihrem buchstäblichen Sinne zu nehmen sind und demnach ebenfalls eine doppelte Bedeutung haben. Gittin 57 a wird uns ein schöner Brauch überliefert, der in Palästina bei unseren Vorfahren heimisch war und zwar noch nach der Zerstörung des zweiten Tempels, denn er wird als erste Ursache für die Zerstörung von ביתר angeführt. Dort heisst es: חוו בדרגי בי מתיליד ינוקא שתלי ארזא עוקתא שתלי ״ תורניתא וכרEs war Gebrauch, wenn ein männliches Kind geboren wurde, eine Zeder zu pflanzen und bei der Geburt eines Mädchens eine Pinie. Bei einer Hochzeit wurden die beiden betreffenden Bäume ausgegraben und aus ihnen eine Laube, eine Art Brauthirnmel, gemacht, unter dem das junge Paar zu sitzen pflegte.“ x) Er führt dort merkwürdigerweise einen anderen Bibelvers an.