Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 123)
- Language
- German
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4 Therumoth III,4 kommt der Ausdruck דרוכות vor. DerVerfasser des תפארת ישראל glaubt darin ein participium pass, erblicken zu müssen und bezieht es auf die ״gekelterten Trauben“. Alle anderen Erklärer sagen jedoch, es seien damit die Arbeiter ge־ meint, die das Geschäft des Kelterns im Weingarten besorgen. Das ist auch der klare Sinn der Mischna. Es ist dieselbe Form wie die bereits besprochenen und muss דרוכות gelesen werden,. Das im Talmud so häufig vorkommende Wort für Käufer, לקוחות, gehört m. E. zu derselben Formenklasse und muss daher ent״ sprechend punktiert werden. XXX. Ein besonderer Schmuck der rhetorischen und dichterischen Darstellung ist die Verwendung doppelsinniger Wörter, amphibolischer Ausdrücke. Schon in der gewöhnlichen Umgangs!■ prache־ gibt es deren eine unzählige Menge, die ihrer eigentlichen Bedeutung nach einen ganz einfachen und nüchternen Sinn haben, dann aber durch den bildlichen Gebrauch ein edleres Gepräge erhalten und damit gleichsam in eine höhere Sphäre versetzt werden. ״Gegen den Strom schwimmen“, ״den Mantel nach dem Winde drehen“ , ״wo viel Licht, da ist auch viel Schatten“ — das sind so einzelne Beispiele aus der grossen Masse derer, die der Umgangssprache angehören und ohne Weiteres auch in ihrer übertragenen Bedeutung verstanden werden. Diese können auch mit Leichtigkeit in andere Sprachen übersetzt werden, ohne dadurch an Verständlichkeit des Sinnes Einbusse zu erleiden. Weit fesselnder ist der Iieiz einer solchen Bedensart, wenn sie auf einem Wortspiel beruht, das durch den Doppelsinn eines׳ Wortes hervorgerufen wird, d. h. wenn der eigentliche Wortsinn zweierlei Deutungen zulässt. Solche Wortspiele sind zumeist uniibersetzbar, weil der Doppelsinn, der den Worten in der einen Sprache innewohnt, in der anderen nicht vorhanden ist. Bei alten Sprachen, deren Verständnis nicht mehr durch das lebende Sprachbewusstsein erleichtert wird, geht uns oft in solchen Wortspielen die eigentliehe Pointe verloren, denn wir kennen nur die einfache, zu Tage liegende Bedeutung der Bedensart, die unter der Oberfläche sich verbergende zweite Bedeutung bleibt meistens unerkannt. Wenn es im Talmud heisst: ״ מילא בסלע משתוקא נתרץdas