Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 121)
- Language
- German
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2 würde man in solchem Falle lieber לחלוק חלוקה, mit Wiederholung des innern Objektes, sagen, als לעשות חלוקה. Vgl. I. Chr. 23, 6. Um dieser sprachlichen Schwierigkeit beizukommen, sagt der Talmud (das. 3b): כדאמרי אינשי תא נעביד פלוגתא , sowie die Leute sprechen: ״Komm, wir wollen eine Teilung machen“. Das heisst mit anderen Worten: In der hebräischen Sprache gebraucht man allerdings das Verbum עשה in diesem Sinne nicht und wählt dafür lieber das Gerundium לחצות, aber in der aramäischen Volkssprache drückt man sich so aus: ״ נעביד פלוגתאwir wollen eine Teilung machen“ und der Mischnalehrer hat mit Absicht den hebräischen Ausdruck dem Aramäischen nachgebildet. Die Mischnasprache enthält aber nicht nur Ausdrücke, sondern auch Verbal- und Nominalformen, die dem Aramäischen nachgebildet sind und ein hebräisches Gepräge tragen. Einige Beispiele mögen hier folgen. Gittin 61b wird eine Mischna aus Demai III, 4 zitiert, deren Anfangsworte lauten: המוליך חטץ לטוחן כותי או לטוחן ע״ה. Dazu bemerkt Raschi: לטוחן, זה שם האומן בלשון משנה d. h. טוחן ist der Name des betreffenden Handwerkers und bedeutet ״Müller“ in der Mischnasprache. Diese Bemerkung ist einerseits überflüssig, andererseits unverständlich, denn טוחן ist doch die gewöhnliche althebräische Form für diese Bezeichnung und ist es nicht erst in der Mischnasprache. Es liegt hier jedoch ein Druckfehler vor, den ein superkluger Korrektor auf dem Gewissen hat. Die Münchener Handschrift und die alten Venezianer Drucke haben hier, nicht לטוחן, sondern לטחון. Der vorschnelle Korrektor meinte, das könne man nur לטחון lesen, und, da dies keinen rechten Sinn gibt, so hat er eigenmächtig לטוחן korrigiert. In Wirklichkeit muss es jedoch לטחון gelesen werden. Im Aramäischen heisst der Müller טחונא und die Mischna hat die aramäische Nominalform X T hebraisiert. Raschi hatte natürlich die richtige Lesart vor sich, und er, der unerreichte Meister, der mit wenigen Worten eine klare und erschöpfende Erläuterung zu geben pflegt, bemerkt ganz zutreffend: טחון ist in der Mischnasprache die Bezeichnung für ״Müller“, denn es ist das charakteristische Merkmal der Mischnasprache, dass sie neue, dem Aramäischen analoge Bildungen