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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 442

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 442)
Language
German
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414 bis zum Anfang oder bis zum Ende seiner Tage gemeint sei. ״Rab Chisda fragte den Rabbi Chiskia: Ist es nicht einleuchtend, dass hier bis zum Ende seiner Tage gemeint sei“. Dieser antwortete ihm: ״Auch ich sage so“. Liegt es nicht nahe, folgende Erklärung hinzuzufügen? Es ist einleuchtend, dass man am Ende seiner Tage, als die Sadduzäer bis in den Palast des Hohepriesters hinein an Einfluss gewonnen hatten, das von diesen bestrittene Ruheverbot der Halbfeiertage selbst auf an und für sich erlaubte nötige Arbeiten ausdehnte, wenn diese durch den verursachten Lärm öffentlich wurden, um den Sadduzäern keine Handhabe zu bieten. Wir sehen, wie sich die meisten Tekanot des Hohepriesters Jochanan ungezwungen seiner Zeit anpassen lassen; von den Zeit- Verhältnissen waren sie geboren und wegen des sinkenden Volksgeistes wurden sie nötig. Nach der Volkserhebung für das Gesetz unter Führung des Mattisjahu und seiner Heldensöhne war die grosse Masse des Volkes in ihrer Gesetzestreue so gefestigt, dass wir gerade damals für die meisten der Tekanot keine Veranlassung finden. Das Volk war geläutert aus all den Kämpfen hervorgegangen und wagte wiederholt sein Leben im Kampfe gegen die unverbesserlichen Söhne der Hellenisten und selbst dann, wenn die Krone gemeinsame Sache mit den Feinden des Gesetzes machte. Johann Hyrkan war nicht der Hohepriester Jochanan der Tekanot, der mit ihnen die Irrungen seiner Zeit heilen wollte auch wurde ihm, der nicht am Ende seines Lebens, sondern kurz nach seinem Regierungsantritt die Worte der Weisen nicht achtete, keine überirdische Verkündigung zu teil. Das Gute und Schöne, das vom Hohepriester Jochanan erzählt wird, bezieht sich auf den Sohn Simons des Gerechten und den Vater des Mattisjahu. Wo es gilt, wie in der Mischna Jadajim 4, 6, auf das Beispiel eines heiligen Mannes hinzuweisen, dessen Gebeine trotzdem ״unrein“ machen, nennt Rabbi Jochanan ben Sakkai den Hohepriester Jochanan, von dem wir wissen, dass er an achtzig Versöhnungstagen das AllerheiUgste hat betreten dürfen. Über seine nur durch die Schwäche eines mehr als Hundertjährigen zu erklärende und zu entschuldigende Verfehlung wird hinweggesehen und das Andenken seines langen, reinen und heiligen Lebens festgehalten.

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