Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 441)
- Language
- German
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413 sagten die Leviten, wenn sie auf der Estrade standen, den Psalmvers: ״Erwache, warum schläfst du, 0 Herr“. Dieser Aufschrei der höchsten Verzweiflung• ist verständlich, wenn wir an die blutigen Kämpfe der Diadochen in der Zeit Jochanans denken, deren Schauplatz und Objekt Palästina war. Nach der langjährigen idyllischen Kühe der Perserzeit war mit Alexander eine Zeit der Unruhe gekommen, deren Schrecken während der Regierung Antiochus’ des Grossen schier unerträglich wurden. Ant. Nil, 3,3 heisst es darüber: ״Als Antiochus der Grosse in Asien regierte, traf die Juden einschliesslich derjenigen, die in Coelesyrien wohnten, viel Unglück. In dem Kriege nämlich, den der genannte König gegen Ptolcmäus Philopator und dessen Sohn Ptolemäus Epiphanes führte, wurden sie vom Unheil verfolgt, mochte der König nun siegen oder geschlagen werden, sodass sie nicht unähnlich einem Schiff im Sturm waren, das auf beiden Seiten von den Fluten bedrängt wird. Sie lagen gleichsam zwischen des Antiochus Glück und Unglück in der Mitte“. Damals war es, wo die Leviten der verzweifelten Stimmung des Volkes in einem alltäglichen Aufschrei zu Gott Ausdruck gaben, den der Hohepriester für unstatthaft ansah und deshalb aufhören liess. Auf diese Kämpfe bezieht sich wohl, wie schon betont, die Verkündigung vom Sieg der jungen Leute in Antiochia, wo unter den טליא dann der jugendliche Polemäus Epiphanes mit seinen Altersgenossen zu verstehen wäre. Die unaufhörlichen Kriegsunruhen in Verbindung mit der ausserordentlich langen Amtsdauer des Hohepriesters Jochanan machen es erklärlich, dass er zweimal die Asche der roten Kuh nach Para 3, 5 bereitete. Zu נוקפין bemerkt Babli Sota nach einer Baraita: ״Man schlug das Opfertier mit Stäben, wie man beim Götzendienst zu tun pflegte“. Die Tosefta erklärt es: ״Man hat die Kälber zwischen den Hörnern gezogen, wie man es beim Götzendienst machte“. Im Verkehr mit den Griechen hatte man ihre Kulthandlungen kennen gelernt und man hatte dort Gesehenes als praktisch bei dem Opferdienst eingeführt, das nun der Hohepriester aus den in der Gemara angegebenen, gewichtigen Gründen wieder abstellte. ״Bis zu seiner Zeit hat der Schmiedehammer in Jerusalem gehämmert“. ״An den Halbfeiertagen“ erklärt dazu der Babli. Im Jeruschalmi interessiert uns hier die Controverse, ob mit עד ימיו