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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 435

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 435)
Language
German
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m Es ist kaum zu bezweifeln, dass der Bericht des Josippon und des arabischen Makkabäerbuchs auf guter Grundlage ruht, wonach Aristobul I. das hohepriesterliche Amt verschmähte, als er sich das königliche Diadem aufsetzte. Halevy zeigt uns, dass die Sadduzäer der Religion gleichgiltig gegenüberstanden und aus politischen Gründen nur abweichende Lehrsätze aufstellten und verfochten. Was konnte einem Aristobul mit der Gesinnung und denVerbrechen der damaligen Griechen des Orients daran liegen, Hohepriester zu sein? Jannai wird, als er mit Mordtaten den Uebergang zu den Sadduzäern inauguriert hatte, schon deshalb nicht die ihm gleichgiltig gewordene heilige Würde behalten haben, um das gefährliche Spiel, als Priester im Tempel sich dem Unwillen des Volkes auszusetzeD, nicht stets aufs neue zu wagen. Jannai war gewiss auch am Anfang seiner Regierung solange nicht Hohepriester, als der unter Aristobul fungierende Hohepriester lebte. Damit fällt auch jene vermeintliche Schwierigkeit völlig fort, wieso er als Hohepriester Salome, die Wittwe Aristobuls, heiraten konnte? Der einzige Beweis dafür, dass Jannai überhaupt einmal Hohepriester war, liegt für mich in der Erzählung der Baraita, dass er die Gelehrten vor das Goldblech über seinen Augen (ציץ) stellte. Einige Jahre vor seiner Freveltat gegen die Gelehrten liess sich Jannai zum Hohepriester wählen, um dann nicht lange nachher diese für ihn wertlose Würde, die auch mancherlei Entsagungen auferlegte, von sich zu werfen. Dass Josephus nicht davon spricht, fällt ebensowenig in die Wagschale, wie seine Bezeichnung des Aristobul als Hohepriester. Da die römischen Imperatoren, deren Klient Josephus Flavius war, die Würde eines Pontifex maximus bekleideten, so passte es ihm, wo es nur anging, die Fürsten der Juden im Glanze des Hohepriestertums zu zeigen, auch schämte er sich wohl, von der in den Augen der Römer verächtlichen Religionslosigkeit zu sprechen, die in der Verschmähung der Hohepriesterwürde lag. VII. Wir kommen jetzt an die bekannteste Stelle, die den Namen des Hohepriesters Jochanan nennt und die aus diesem Grunde auch die meistbesprochene ist. Wir meinen den ersten Satz der

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