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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 434

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 434)
Language
German
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r 406 worden, ihre Art entsprach auch seinem Charakter. Nach dem Tode Aristobuls wurde er von der edlen Schwester Simon ben Schotachs, der Wittwe Aristobuls, aus dem Gefängnis befreit und zu ihrem Gemahl und zur Königswürde erhoben. Es wäre sonderbar gewesen, wenn diese kluge und energische Frau sich nicht soviel Einfluss gesichert hätte, dass Jannai seine sadduzäischen Neigungen zurückdrängen und den Mitgliedern des Sanhedrin ihren alten Einfluss wieder einräumen musste, den sie seit dem Tage verloren hatten, da Hyrkan mit den angeblich dem Grabe Davids entnommenen dreitausend Talenten Silber fremde Söldner warb. Als Jannai sich von einem Kriege in den anderen stürzte, erhob das Sanhedrin Widerspruch und auch das Volk wurde unmutig. *— Das haben wir gewiss unter dem Neide des Volkes zu verstehen, von dem Josephus spricht. — Jannai nun, der nach den vielen siegreichen Kriegen an der Spitze eines sieggewohnten und ergebenen Söldnerheeres den Einfluss der Königin auf die Kegierungsgeschäfte längst gebrochen hatte, unternahm jetzt einen Staatsstreich, um die Mitglieder des Sanhedrin zu beseitigen. Von diesem Mordtage an machte er die Sadduzäer zu den Regenten des Landes, und nun beginnt die berüchtigte Epoche seiner Regierung, die durch Blut und Schrecken gekennzeichnet ist. Wiederholen wir Raschis Worte: ״Von Haus war er schlecht“, als Schüler der Sadduzäer, ״er wurde dann gut“, unter dem zwingenden Einfluss der Königin, ״und kehrte wieder zu seiner Schlechtigkeit zurück“ als mächtiger Eroberer, welcher, der Königin spottend, die Gelehrten, die Leiter des Volkes, durch Mord beseitigte. Es scheint, dass Hyrkan nach seinem Bruche mit den Pharisäern nicht lange mehr Hohepriester geblieben ist. Es erklärt sich damit Babli Joma 18 a, wonach man bei Jannai die Hohepriester würde für grosse Summen kaufen konnte. Wenn auch die dort vorkommenden Namen auf eine spätere Zeit zu weisen scheinen, so ergibt sich jedenfalls, dass die Gemara Jannai nicht während seiner ganzen Regierungszeit als Hohepriester betrachtete. Wäre er bis zu seinem Tode Hohepriester geblieben, hätte man das hohe Amt bei ihm nicht kaufen können. Was lag einem Sadduzäer an der Hohepriesterwürde, wenn eT nicht nötig hatte, seine Macht aus dieser Würde herzuleiten?

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