Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 431)
- Language
- German
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403 Gipfel seiner Macht stehenden, soeben von zahlreichen Erobern«- gen als Triumphator heimkehrendeu Fürsten in dieser Weise heleidigte? Mit keinem Worte gibt uns Josephus Aufklärung. Schalten wir ein, doch nicht den von Josephus ad usum delphini geänderten Bericht, sondern genau die Worte der Baraita, wie wir sie Kidduschin 66a finden. ״Einst zog König Jannai nach Kophlis in der Wüste und eroberte dort 60 Städte. Bei seiner Rückkehr freute er sich gar sehr und lud alle Gelehrten Israels ein“. Wir wissen nicht, was unter Kochlis in der Wüste gemeint ist, was kann aber wohl anders mit der Eroberung der 60 Städte gemeint sein, als das grösste Kriegsglück in Jannais Leben, die Eroberung der fünf mächtigen Städte Gadara, Amathos, Raphia, Antedon, Gaza, mit deren Fall sicher eine grosse Zahl kleinerer Orte in deren Umgebung und Machtbereich in Jannais Hände kamen. Der Triumphator lädt nun die Weisen Israels zum Male ein. Goldene Tische, dem Glanz des Herrschers entsprechend, werden wohl hereingebracht, doch den Gästen werden nur salzige Wüstenkräuter angeboten. Soll nicht darin schon, trotz des Hinweises auf die Nahrung der Väter beim Tempelbau, eine Verhöhnung der Weisen liegen? Konnte der Spötter Elasar, SohnPoiras, bei seiner Anklage: ״Die Peruschim haben etwas im Herzen gegen dich, König Jannai“ auf die Mienen der Gäste hinweisen, in welchen sich Enttäuschung und Kränkung malte? Jehuda, Sohn Gedidjas, richtet dann mit Berufung auf das Gerücht von der Gefangen- Schaft der Mutter des Königs in Modiim an diesen die Aufforderung: ״Begnüge dich mit der Königskrone, König Jannai, und überlasse die Priesterkrone den Nachkommen Aharons“. Das Wort war heraus; das war es, was Jannai hören wollte, und wie Tyrannen vor ihm und nach ihm ähnliche Szenen herbeigeführt haben, um umbequeme Führer mächtiger Parteien zu vernichten, so werden dann die Gelehrten, Männer, deren Worten das ganze Volk, mit Ausnahme nur der sich Sadduzäer nennenden Hellenisten, unbedingt Folge zu leisten gewohnt war, dem Mordstahl überliefert* ״Sofort brach das Unheil durch Elasar, Sohn Poiras, herein, alle Gelehrten Israels wurden erschlagen und verödet war die Welt, bis Simon, Sohn Schetachs, kam und die Thora wieder zu ihrem früheren Glanze brachte״.