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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 429

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 429)
Language
German
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IRI
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als eine gut vorbereitete Provokation des Volkes durch Jannai an- Zusehen ist, der seine Söldner schon bereit gehalten hatte, um im gegebenen Moment auf das in seinen heiligsten Gefühlen verletzte, wehrlose Volk einhauen zu lassen. Was hat nun Alexander Jannai veranlasst, dieses Gemetzel herbeizuführen, was war der Grund, dass er, von dem wir bisher nur gehört haben, dass er in seiner Kriegslust fortgesetzt unnötige Eroberungskriege führte, nie aber, dass er mit dem Volk und seinen geistigen Führern irgendwie zusammen gestossen sei, was war der Grund, dass er durch Unterlassen und Entweihung der Wasserspende sich öffentlieh als Sadduzäer hinstellte, den Unwillen des Volkes herausfordernd und ihm trotzend? Josephus gibt darauf keine Antwort. Unvermittelt nach Schilderung von Jannais meist siegsreichen Kriegszügen kommt, wie Josephus in der kurzen Darstellung Bellum I, 4, 3, sich auszudrücken beliebt, ״der Aufstand der Juden an einem Feste“. Der unvermittelte Übergang, vornehmlich in den ״Altertümern“, stellt sich noch auffallender dar, wenn wir damit die Erzählung Ant. XÜI, 10, 5 vergleichen von dem Bruch Johann Hyrkans mit den Pharisäern wegen der Beschuldigung, der Hohepriester sei der Sohn einer ״Gefangenen“. Dort wo die Entstehung des Zwistes gewissermassen ab ovo geschildert wird, hält der Geschichtsschreiber eine Einführung für notwendig und gibt sie mit den Unverstandliehen Worten: ״Um nun wieder auf Hyrkan znrückzukommen, so erregte sein Glück den Neid der Juden“. Wir nennen den letzten Halbsatz unverständlich, weil sich nicht erkennen lässt, welches Gefühl der Unlust — denn der Ausdruck Neid ist nicht wörtlich zu nehmen — die Siege Hyrkans in meist notwendigen Kriegen und zuletzt über Samaria, das ja, als Hauptsitz der feindlichen Samaritaner, ein Pfahl im Fleische seines Beiches war, bei den Juden erwecken־ sollen. Also bei dem Bruch Hyrkans mit den Pharisäern, wo es uns unnötig erscheint, gibt Josephus eine Einführung, bei Jannais Niedermetzlung des Volkes am Feste dagegen, wo durch den Wegfall eines Übergangs alles in Dunkel gehüllt wird, fehlt dieser gänzlich. Wenn uns bei Jannais Untat das unvermittelte Aneinanderreihen zu raten aufgibt, so bleibt uns ungeachtet der uns dort begegnenden einleitenden Bemerkung die Schilderung von Hyrkans Bruch mit den Pharisäern in der Jahrbuch J. L. Gr. VI. 26

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