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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 427

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 427)
Language
German
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IRI
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399 Ansicht nichts anderes ist als der Berachot 29 a erwähnte An* Schluss des Hohepriesters Jochanan an die Sadduzäer, nicht mit Nennung des Namens dieses Hohepriesters Jochanan erzählt wird. Doch darüber und über anderes, was mir der Gleichsetzung von Jochanan und Jannai in Kidduschin 66 a im Wege zu stehen scheint, will ich hinweg gehen. Das eine wird wohl zugegeben werden müssen, dass man ohne Kenntnis der Altertümer des Josephus nie daran gedacht hätte, in dem König Jannai des talmudischen Berichts den Hohepriester Jochanan zu sehen. Betrachten wir uns nun einmal die Darstellung des Josephus näher und fragen wir nicht nur, ob sie Gewicht genug hat, uns zum Aufgeben der talmudischen Lesart ״König Jannai“ veranlassen zu können, sondern noch mehr, ob wir denn auch ohne jede Kenntnis des talmudischen Berichts die Darstellung des Josephus, als habe sich das Ganze zu Hyrkans Zeit zugetragen, für glaubhaft würden ansehen können. Die erste und vornehmste Schwierigkeit liegt in der Anklage. Nach Josephus ist es Johann Hyrkan, der Sohn des Hasmonäers Simon, dem man die Schmähung ins Gesicht sagt, er sei der Sohn einer ״Gefangenen“. Grätz hält dies für eine Beschimpfung der Mutter Hyrkans, ich meine aber, dass die Anklage in erster Linie einen schweren Tadel und Schimpf des Vaters des Hyrkan in sich birgt. Wenn Hyrkan der Sohn einer ״Gefangenen“ ist, dann hat sein Vater das Gesetz verletzt und sich über eine Vorschrift der Weisen dadurch hinweggesetzt, dass er als Priester mit einer ״Gefangenen“ ehelichen Umgang pflog (vgl. Maimonides M. T. Issure Biah 18, 17). Ist es nun denkbar, dass man gegen den frommen, hochangesehenen und geliebten Hasmonäer Simon, gegen einen der Heldensöhne des Mat.tisjahu, eine solche Anklage wagte, und dass ein derartiges Gerücht über ihn auch nur entstehen konnte? War der König, den man Sohn einer ״Gefangenen“ nannte, Alexander Jannai, so hat es nichts Auflallendes, dass man seinem Vater Johann Hyrkan, wie wir ihn kennen gelernt haben, ein Hinwegsetzen über Einrichtungen der Weisen zutraute. Auch Jannai schmähte man nach Josephus als Sohn einer ״Gefangenen“. Die für unsere Untersuchung wichtige Stelle darüber Ant. XHI, 18, 5 lautet: ״Was den Alexander angeht, so erhob sich das Volk gegen ihn und bewarf ihn während einer

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