Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 426)
- Language
- German
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398 dargebotenen Wüstenkräutern nicht hat, und dann, die wichtigste Variante, wo die Baraita von Jannai spricht, nennt Joseplius Johann Hyrkan. Auch bezüglich der anderen Namen stimmen die Berichte nicht, der Beleidiger des Königs heisst bei Josephus Eleazar, und der Feind der Pharisäer Jonathan. Von der Ermordüng der Weisen erwähnt Josephus nichts, die Folge des Zerwürfnisses ist nach ihm, dass Hyrkan zu den Sadduzäern übergeht und — nach der richtigen Auffassung Halevys — die Aus- Übung der schon sehr lange in Geltung befindlichen Vorschriften der Weisen verbietet und mit Strafe belegt. Wir dürfen auch nicht verschweigen, dass es josephus für gut findet, die Darstellung dieses verhängnisvollen Bruches folgendermassen einzuleiten: ״Um nun wieder auf Hyrkan zurückzukommen, so erregte sein Glück den Neid der Juden, und besonders waren gegen ihn die Pharisäer aufgebracht, die, wie ich oben erwähnte, eine Sekte der Juden bilden״. Uns interessiert hier am meisten, ob dem Berichte des Josephus, wonach dieses Ereignis unter Hyrkan stattgefunden hat, gegenüber der Baraita, die es in Alexander Jannais Regierungszeit fallen lässt, der Vorrang zuerkannt werden darf. Die meisten Historiker — auch Halevy in seiner vorsichtig abwägenden Art schliesst sich dem an — sehen gar keinen Widerspruch zwischen Talmud und Josephus in der Ersetzung Jannais für Hyrkan, indem sie sich der Bablistelle Berachot 29 a erinnern, wo derselbe Abbaji, der Kidduschin 66 a die mit Jannais Siegeszug nach Kochlis beginnende Baraita herbeibringt, Jannai mit dem Hohepriester Jochanan identifiziert (הוא ינאי הוא יוחנן). Da man gewöhnt ist, in dem dort genannten Hohepriester Jochanan der achtzig Amtsjahre Johann Hyrkan zu sehen, so schien diese Differenz zwischen Talmud und Josephus belanglos, und man erzählte das Ganze, ohne viel Worte zu machen, von Johann Hyrkan. Ich habe gegen die Berufung auf Abbajis Identifizierung von Jannai und Jochanan in Berachot einzuwenden, dass es sich ja hier nicht um einen Ausspruch Abbajis handelt, sondern nur um eine von ihm angeführte Baraita, deren Text er genau so mitteilt, wie er ihn vorgefunden. Auch erscheint es mir sonderbar, dass der in der Baraita geschilderte Bruch des Königs mit den Pharisäern, der nach der bis heute gangbaren