Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 424)
- Language
- German
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396 Gottesnamens zu hindern, hatte man Grund genug, zur Erinnerung an diesen wunderbaren Erfolg einen Festtag einzusetzen. Den Festtag der Urkunden am dritten Tischri dürfen wir zu den Beweisstücken rechnen, dassHyrkan schon in den ersten Regierungs־ jahren nicht Hand in Hand mit den Chachamim ging 1). VI. Babli Kidduschin 66 a führt Abbaji zum Beweise eines Lehrsatzes, den er dort gegen Raba verteidigt, folgende Baraita ף Nach unserer Auffassung, dass Hyrkan gegen den Willen der Weisen die Datierung der Urkunden mit Anführung des Gottesnamens angeordnet hat, findet sich möglicherweise eine Erinnerung an diese Begebenheit in der so schwierigen Mischna am Schluss von Jadajim: אמר צדוקי גלילי קיבל אני עליכם פרושים שאתם כותבים את המושל עם משד, בגט אומרים פרושים קובלים אנו עליך צדוקי גלילי שאתם כותבים את המושל עם השם בדף ולא עוד שאתם כותבים את המושל מלמעלן ואת השם מלמטן שנאמר ויאמר פרעה ״ .מ* ה׳ אשר אשמע בקולו לשלה את ישראל וכשלקה מהו אומר ה׳ הצדיקEin Sadduzäer aus Galiiaea sagte: ״ich greife euch an, Peruschim, weil ihr den Herrscher mit Mosche in der Urkunde schreibt‘* (d. h. ihr schreibt am Schlüsse der Urkunden כדת משה וישראל und oben bei der Datierung den Namen des Herrschers). Die Peruschim sagten darauf: ״Wir greifen dich an, Sadduzäer aus Galiläa, denn ihr schreibt den Herrscher mit dem ״Schern“ auf dasselbe Blatt, ihr schreibt sogar den Herrscher oben und weiter erst den ״Schern“, weil es heisst: Pharao sprach ״wer ist der Ewige, auf dessen Stimme ich hören soll“, und als er geschlagen war, was sagt er da? ״der Ewige ist der Gerechte“. Die Formel כדת משה וישראל, mit der auch auf die Einrichtungen der Weisen Bezug genommen wird, gefiel den Sadduzäern natürlich nicht. Angeblich aus Ehrerbietung gegen Moses, dessen Name hier dem des Herschers gleichgestellt sei, befehden sie dieselbe. In der Antwort weisen die Pharisäer auf Hyrkans Einrichtung hin, den ״Schern“ in den Text der Urkunden aufzunehmen, wobei der Herrscher zuerst genannt wurde und dann erst der ״Schern“. ״In dem und dem Jahre des Hohepriesters Jochanan, der Priest 3r des höchsten Gottes ist“. Jochanan ist zuerst genannt. Der Hinweis auf Pharao besagt, Pharao habe es ähnlich wie Hyrkan und die Sadduzäer gemacht. Der Sadduzäer könnte dann erwidern, diese Form der Datierung sei ja längst abgeschafft, dem begegnen die Pharisäer mit dem Hinweis, auch Pharao habe erst, nachdem er geschlagen war, den Gottesnamen an erster Stelle genannt Hiermit erinnern sie an das uns unbekannte, wunderbare Ereignis, das Hyrkan nachgiebig gemacht hat. Wir verstehen jetzt auch den Ausdruck ״ המישלder Herrscher“, wo wir ״ המלךder König“ erwartet hätten. Hyrkan war ein ״Herrscher“, nicht ״König“, sein Nachfolger Aristobul nahm erst den Königstitel an. Das auffallende דף, Blatt, in der Antwort der Pharisäer erklärt sich damit, dass die Pharisäer den ״Schern“ in den Urkunden nicht beanstandet hätten, wenn dieselben nicht nach der Entwertung gleichgiltige Blätter würden.