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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 423

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 423)
Language
German
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895 Urkunden gewöhnt gehabt, und es sei schwer gewesen, es davon wieder abzubringen. Auffallend bleibt aber immer noch, trotz dieser Antwort, wieso gerade nach den Erfolgen der Hasmonäer eine Einrichtung getroffen werden konnte, ohne dass vorher die Bewilligung der Chaehamim eingeholt worden war? Der Hohepriester Jochanan kann, wie schon bemerkt, nur Johann Hyrkan sein und als Zeitpunkt der Einrichtung ist das Jahr anzusehen, in dem durch den Tod des Antiochus Eusebes nach Ant. XIII, 10, 1 die völlige Unabhängigkeit von den Syrern erreicht worden war. Wenn auch, wie das erste Makkabäerbuch und ihm folgend Josephus berichtet, schon nach Simons Kegierungsjahren Urkunden datiert wurden, so war jedoch Johann Hyrkan nach Ant. XIII, 8, 2—4 wieder in Abhängigkeit von den Syrern unter Antiochus VH, Eusebes, geraten, die gewiss auch darin ihren Ausdruck fand, dass man die Urkunden aufs neue nach der Aera der Seleuziden datierte. — ״Nach der Annahme der Numismatiker hat Jerusalem damals wieder mit dem Namen des Antiochus gemünzt“ (Niese, Geschichte III p. 296). — Johann Hyrkan war es nun, der nach dem Tode des Antiochus Eusebes die Ab- Schaffung der Seleuzidenaera und die Datierung nach den eigenen Jahren anordnete. Wie wir gezeigt, hatte er damals schon, gestützt auf ein Söldnerheer und im Bewusstsein, dass der gefnrchtete auswärtige Feind nicht mehr war, den Gipfel der Selbstherrlichkeit erreicht. Die Einführung, den Gottesnamen bei der Datierung von Urkunden zu nennen, stellt sich parallel neben die von Hyrkan erzwungene Bekehrung der Idumäer zum Judentum, beides scheinbar eine Aeusserung religiösen Sinnes, beides jedoch gegen den Willen der berufenen religiösen Führer der Nation unternommen. Man musste es als einen wunderbaren Erfolg betrachten, dass man es gegen den auf dem Gipfel seiner Macht und seines Uebermuts stehenden Hyrkan durchsetzen konnte, dass die Profanisierung des Gottesnamens aufhörte. Wenn wir dabei noch in Erwägung ziehen, dass Hyrkan durch die Einschaltung des שהוא כהן לה" על״זן nach Gen. 14, 18, an Malki Zedek erinnernd, zugleich auf seine mit der Hohepriesterwürde vereinigte Königsmacht hinwies, so lässt es sich verstehen, dass die Chaehamim um diese Formel einen sehr schweren, fast aussichtslosen Kampf zu fuhren hatten. Als man nun so glücklich war, die Profanisierung des heiligen

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