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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 421

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 421)
Language
German
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393 Sicher sind ihm auch die Geldmittel der reichen Sadduzäer, der Nachkommen jener Geldaristokraten, die während der 22 Jahre der Steuerpacht Josephs, Sohnes des Tobias, als dessen Genossen und Beamte das Mark des Volkes aussaugend, ungeheuere Schätze angehäuft hatten. An der Spitze eines ihm persönlich ergebenen Söldnerheeres und in der angenehmnn Lage über die grossen Vermögen der Sadduzäer verfügen zuv können, wagte es Hyrkan sich über den Willen von Volk und Sanhedrin hinwegzusetzen. Nicht am Ende seines Lebens erst haben wir den Wendepunkt zu suchen, und nicht die Bezeichnung als Sohn einer Gefangenen durch einen Pharisäer, eine Tatsache, die, wie wir sehen werden, Josephus von Alexander Jannai auf Johann Hyrkan überträgt, hat den Bruch mit dem seinen Lehrern ergebenen Volke herbeigeführt. In den ersten Regierungsjahren des Hyrkan schon, nach der Aufhebung der Belagerung Jerusalems durch Antiochus Eusebes, als Hyrkan ein Söldnerheer mit den angeblich aus dem Grabe Davids stammenden dreitausend Talenten Silber warb (״Mit diesem Gelde ausgerüstet warb er — der erste der dies bei den Juden tat — fremde Söldner an“), trat der Wendepunkt ein, dass ein Spross des Hasmonäerhauses, Volk und Sanhedrin nichtachtend, die Regierung nach eigenem Gutdünken führte. Noch schrankenloser wird Hyrkans Regiment geworden sein, als nach dem Tode des Antiochus Eusebes im Partherkriege die Unabhängigkeit des Staates von den Syrern völlig gesichert erschien. Nachdem wir so ein Urteil über Johann Hyrkans Regierung gewonnen haben, sind wir in der Lage, die uns noch übrig bleibende Talmudstelle zu erläutern, die den Namen des Hohepriesters Jochanan, יוחנן כ״ג, nennt. Megillat Taanit cap. 7 und Babli Rosch Haschana 18b lesen wir: בתלתא בתשרי במילת אדברתא מן שטרייא שגזרה מלכות יון גזרה שלא להזכיר שם שמים על פיהם וכשגברה מלכות חשמונאי ונצחום התקינו שיהו מזכירין שם שמים אפילו בשטרות וכך היו כותבין ihm darüber Erzählten sehen. Josephus wusste aus den Aufzeichnungen der Sadduzäer, möglich schon als er die früheren Stellen nieder schrieb, möglich auch erst jetzt, als er am Schlüsse ״der Altertümer“ den Herodes behandelte, woher die dreitausend Talente stammten. Entweder meint Josephus, wie der Wortlaut sagt, Hyrkan habe das Grab wirklich geöffnet und nichts gefunden, oder erkennt er das Ganze als eine Vorspiegelung.

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