Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 420

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 420)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486277--2469-3489275
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

392 widmeten, wird es uns möglich, ihn richtig zu beurteilen und ihm die Stellung anzuweisen, die ihm in den Kämpfen der zu Sadduzäern gewordenen Hellenisten mit dem von den Gelehrten geleiteten und ihnen treu ergebenen Volk zukommt. Hyrkan bekannte sich keineswegs öffentlich zu den Sadduzäern, wenn auch sein Herz auf ihrer Seite war, er liess sie gewähren; dadurch und vielleicht im Verborgenen direkt förderte er ihre Bestrebungen. Schon am Anfang seiner Regierung bei Gelegenheit der gewaltsamen Bekehrung der Idumäer zeigt es sich, dass er auf die geistigen Führer des Volkes, die Mitglieder des Sanhedrin, mindestens in politischen Angelegenheiten nicht hörte. Die Vertreibung der zum Kriegsdienst Untauglichen während der Belagerung Jerusalems durch Antiochus Eusebes geschah sicher wider den Willen des Sanhedrin und es scheint, dass das Volk in der Stadt um die Wiederaufnahme der grausam Verjagten mit dem Fürsten und Hohepriester solange kämpfte, bis endlich ״die in der Stadt“ (01 ivTog) gegen Hyrkans Willen vor dem Ilüttenfeste die Rückkehr derselben durchsetzten. Dieses erzwungene Zurückweichen Hyrkans vor dem Volke und seinen geistigen Führern, in Verbindung wohl mit früheren Vorkommnissen, deren Erinnerung uns geschwunden, liessen in Hyrkan den Plan reifen, sich in den Besitz gewaltiger Geldmittel zu setzen, um fremde Söldner werben zu können, auf die gestützt er es dann wagen durfte, gegen Volk und Gelehrte zu regieren. Dieser Gedanke führte ihn bis in das Grab Davids, wo er natürlich nichts fand. Dürfen wir zu seinem Besten annehmen, dass er überhaupt nicht in das Grab Davids eingedrungen ist? Woher er diese Geldmittel, die für die damalige Zeit gewaltige Summe von 3000 Talenten Silber, mehr als 14 Millionen Mark, genommen hat, ist dunkel. Die Geschichte von der Eröffnung des Grabes des Königs David scheint von Hyrkan selbst allgemein erzählt worden zu sein, um Schlimmeres bezüglich der Herkunft des Geldes zu verbergen 1). l) Merkwürdig ist, dass bei der Schilderung von Herodes’ Grabes- Öffnung nach dem wahrscheinlichen Sinn der Stelle und der darin übereinstimmenden Uebersetzüng von Clementz und Kaulen losephus selbst sagt, dass Hyrkan nichts gefunden hat. * *Ano.&ä0ipa fiiv ovv XQWavcc nadccrtsg *YQmroc ov% tjVQtv. ״Aber er fand ebensowenig Geld darin wie Hyrkamis“. Man kann darin eine Ironisierung des an anderen Stellen von

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.