Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 419)
- Language
- German
- Belongs to
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S91 verfehlt haben, die Tatsache za unterstreichen, dass eine wichtige Schlacht gerade am Versöhnungstage stattfand, wenn das so gewesen wäre und wenn er oder seine Quelle in den Berichten aber diese Schlacht ein Wort von der Siegverkündigung im Heiligtume gefunden hätte. In der dreifachen talmudischen Quelle handelt es sich bei Kampf und Sieg nicht um einen Antiochus, sondern um die Stadt Antiöchia. Wie wir schon gezeigt haben, ist die Lesart אנמוניא im Babli, Jeruschalmi und der Tosefta gesichert. Nach Tosefta ed. Zuckermandel sind es nur einige Drucke der Tosefta, die אנטוכת (sic!) lesen. Babli, Jeruschalmi, Erfurter Handschrift und auch Drucke der Tosefta lesen übereinstimmend אנטוביא, Antiochia. Die Schlacht fand also nicht bei dem nahen Samaria, sondern in der Gegend des fernen Antiöchia statt. Auch zeigt die Jeruschalmistelle ySota 9, 13, die allein die Verkündigung illustriert,(מעשה שיצאו נערים להלחם באנטוביא ושמע יוחנן כ״ג בת קול יוצא מבית קה״ק ואמר נצחו טלייא דאנחו קרבא באנטוכיא וכד Es geschah, dass junge Leute auszogen, um in Antiöchia Krieg zu führen, da hörte der Hohepriester Jochanan eine überirdische Stimme, die aus dem Allerheiligsten kam: ״Die jungen Leute haben gesiegt, die in Antiöchia Krieg führten“ u. s. w.) deutlich, dass dem Talmud nichts davon bekannt war, dass es sich bei den siegreichen jungen Leuten um Söhne des Hohepriesters handelte. Schon von anderer Seite wurde der Sieg beim Kriegszug gegen Antiöchia auf einen wichtigen Erfolg des jugendlichen Ptolemäus V. Epiphanes über Antiochus in., den Grossen, bezogen. Jochanan, Sohn Simons I., des Gerechten, Onias II., war während der Kämpfe Antiochus’ des Grossen mit Ptolemäus Epiphanes Hohepriester, Judäa gehörte bekanntlich zu den Objekten dieser kriegerischen Verwicklungen und es ist gewiss gestattet, die Verkündigung aus dem Allerheiligsten auf eine für die jüdischen Geschicke bedeutsame Entscheidung während dieser Kämpfe zu beziehen. Die talmudische Lesart ״Antiöchia*1 haben wir als die richtige anzusehen, Josephus hat, da er die alte Ueberlieferung für seine Zwecke verwendbar machen wollte, ״Antiöchia“ willkürlich in ״Antiochos“ geändert. Erst nachdem wir Hyrkan des falschen Schmuckes entkiei* det haben, den ihm Josephus and die Chronisten der Sadduzäer