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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 418

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 418)
Language
German
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390 hervorgehoben wird, dass Hyrkan nach seiner Wahl zum Hohepriester erst Opfer brachte, bevor er gegen den Mörder Ptolemaus zu Felde zog. (Vergl. Bellum I, 2, 3 und Ant. XIII, 8. 1.) Dann erfand man die Prophezeiung vom Schicksal seiner Söhne noch dazu, gab dem Ganzen einen schönen rhetorischen Abschluss (Bellum I, 2, 8 und Ant. XIII, 10, 7) und man durfte hoffen, dass selbst aufmerksame Leser sich über alle Widersprüche durch die Kunst der Darstellung hinwegtäuschan lassen würden. Hier ist der Ort für eine kurze Untersuchung, ob es denn Wahrscheinlichkeit für sich hat, dass der Hohepriester Jochanan, der die Stimme aus dem Allerheiligsten vernahm, Johann Hyrkan war? Wir wollen jetzt nicht nochmals von der Unwürdigkeit Johann Hyrkans für eine solche Auszeichnung sprechen, ebensowenig von der Unwürdigkeit der in der Verkündigung erwähnten jungen Leute, Aristobul und Antigonus. Nach Josephus Ant. XIII, 10, 3, wo allein etwas von der Verkündigung erzählt wird, bezog sich diese auf einen Sieg der Söhne Hyrkans bei Samaria. Ist es nicht auffallend, dass ein Ereignis, das sich in solcher Nähe Jerusalems abspielte, Gegenstand einer Verkündigung wurde? Der Sieg des Aristobulus über Antiochus Kyzikos brachte auch noch lange nicht die Entscheidung, wie wir wieder bei Josephus sehen. Auch ist es merkwürdig, dass Josephus es nicht betont, dass die Schlacht am Versöhnungstage geliefert wurde, denn auch nach seiner Dar- Stellung (,soll der Hohepriester, als er allein im Tempel ein Rauchopfer darbrachte, eine Stimme vernommen haben, die ihm verkündigte, Antiochus sei soeben von seinen Söhnen besiegt worden*) muss der Hohepriester diese Stimme am Versöhnungstage gehört haben. Kurz vorher am Schluss von XIII, 8 berichtet Josephus, dass Hyrkan den Antiochus Eusebes, an dessen Kriegszug gegen die Parther er sich beteiligte, wegen des Wochenfestes, das gerade auf Sonntag fiel, veranlaste, zwei Tage Rast zu machen, weil sie an den Festtagen nicht marschieren, durften. Dass hier eine Schlacht am Versöhnungstage stattfand, lässt sich noch verstehen, der Kampf konnte unvermeidlich geworden sein, aber ein Hervorheben dieser merkwürdigen Tatsache seitens Josephus hätte man sicher erwarten müssen. Auch würde Josephus gemäss der ganzen Art seiner Geschichtsschreibung sicher nicht

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