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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 417

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 417)
Language
German
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389 auf welchen sich diese alten Ueberlieferungen beziehen, das Gedächtnis Onias’ II. war verblasst, wie man überhaupt aus der Zeit vor der Erhebung der Makkabäer im Volke wenig mehr wusste. Was lag da näher als dass das Volk, das auch von Johann Hyrkan wenig Einzelheiten mehr wusste, die alten Ueberlieferungen auf ihn übertrug, dessen Grabstätte dazu, nach verschiedenen Stellen im Bellum V und VI, vor den Toren Jerusaleras ihm als die des Ilohepriesters Jochanan gleich der seines Sohnes Alexander Jannai wohlbekannt war. Joseph us, der aus seinen geschichtlichen Quellenschriften Genaueres über Johann Hyrkan wusste, verschmolz nun anststandslos in seiner Darstellung, so widerspruchsvoll es auch an sich war, das, was das Volk sich von Hyrkan erzählte, mit dem, was er selbst in den Chroniken über ihn gefunden hatte. Diese Lösung des Widerspruchs in der Lebensbeschreibung des Johann Hyrkan ist möglich, wahrscheinlicher jedoch ist eine andere. Wie Halevy im Dorot Harischonim I c. verschiedentlich nachweist, war Josephus sowohl seiner eigenen Gesinnung nach ein Freund der Sadduzäer, als er auch für seine Geschichte und gerade für die Zeit von Johann Hyrkan bis Salome hautsächlich aus den Darstellungen der Sadduzäer schöpfte. Der Hellemist Aristobulus und sein Bruder und Nachfolger Alexander Jannai waren die ersten hasmonäischen Fürsten, die sich offen zum Sadduzäertum bekannten, beide sehr ungesegneten Andenkens. Es musste nun den Sadduzäern viel daran liegen, in ihren geschiehtliehen Darstellungen den Sieg des Sadduzäertums in die Zeit vor Aristobul und Jannai zu legen, deren Förderung bei niemandem dieser Partei zur Empfehlung gereichen konnte. Lag es da so fern, dass man die beiden im Volke lebenden Ueberlieferungen von dem guten, nur im hohen Alter Sadduzäer gewordenen Hohepriester Jochanan auf Hyrkan bezog, der denselben Namen und Titel führte, sein Ansehen dadurch erhöhend, dass man die überirdische Siegesverkündigung auf ihn bezog? Vor dem Glanze des durch die Ueberlieferung bestätigten, langen untadligen Lebens und der Auszeichnung durch eine überirdische Verkündigung mussten die schweren Schatten im Charakterbilde Hyrkans weit zurücktreten. Man gab dann noch Weiteres dazu, betonte das Selbstverständliche, das sonst von keinem anderen besonders

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