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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 416

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 416)
Language
German
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388 In der weiteren Darstellung führt dann Jos phus die Yerschlimmerung der häuslichen Verhältnisse des Herodes mit auf die Entweihung des Grabes zurück. Nach Ant. VII, 15, 8 sind beide, Hyrkan und Herodes, nur deshalb nicht in das Innerste des Grabes gedrungen, weil sie davon nichts gewahr wurden. Sollte Herodes auch nach Josephus’ Meinung weiter ins Grab eingedrungen sein als Hyrkan, so zeigt jedenfalls das Verschweigen des ganzen Vorgangs durch Nikolaus von Damaskus, wie sehr das blosse Eindringen in die Grabkammer allgemein verdammt wurde. Fassen wir das Gesagte zusammen: Nach der Schilderung des Josephus ist Hyrkan ein Mann der unbekümmert um die entgegenstehende Vorschrift des jüdischen Religionsgesetzes ein fremdes Volk zur Annahme des Judentums zwingt, der dann kalten Blutes einen Teil der Bevölkerung Jerusalems zwischen die Geschosse der Belagerer und der Belagerten treibt, ruhig zusehend, wie viele von ihnen Hungers sterben, und der zuletzt seine Uebeltaten damit krönt dass er in das Grab des Königs David eindringt, um — sich Geld zum Anwerben von Söldnern zu verschaffen. (Das, was Josephus von Hyrkans Bruch mit den Pharisäern erzählt, können wir nicht auf sein Schuldkonto setzen, da, wie wir sehen werden, dieses in den Altertümern von Hyrkan erzählte Ereignis in die Zeit Alexander Jannais fällt). So also war der Mann geartet, den Josephus der ״Gabe der Weissagung '*71) ״Q0(prjT£tag) für würdig erachtet, dessen Regie־ rung er eine ״ausgezeichnete“ nennt, (xai tt]v äqyfp 6i01xrjaäf.1tvog vdv aqiöTov). ״Der Herr nämlich war sein beständiger Helfer und setzte ihn in den Stand, das Zukünftige vorherzusehen und vorherzuverkündigen“. Was kann nun Veranlassung sein, dass Josephus einen solchen Mann mit einer derartigen Gloriole umgibt? Die nächstliegende Lösung wäre, sie in einer irrigen Auf־ fassung zu suchen. Johann Hyrkan war der letzte von denen gewesen, welche den Namen Hohepriester Jochanan יוחנן כהן גדול führten. Nun waren von einem Hohepriester Jochanan zwei alte Traditionen bekannt, zuerst dass er ein langes untadliges Leben führte, bis er in hohem Alter Sadduzäer wurde, und dann, dass ihm einst aus dem Allerheiligsten die Verkündigung vom Siege der jungen Leute geworden war. Die Erinnerung an den Jochanan,

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