Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 415)
- Language
- German
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erste, der dies bei den Juden tat — fremde Soldner an.“ Hier an der Hauptstelle nach genauer Schilderung der Belagerung Jerusalems durch Antiochus VII., Eusebes, und nach der Erzählung, dass man dem Antiochus 500 Talente Abzugsgeld versprochen und 300 sofort erlegt hätte, verwendet Hyrkan die ganzen, dem Grabe Davids entnommenen 3000 Talente zum Anwerben fremder Söldner. Im Jüdischen Kriege wird die Grabesöffnung so erzählt, dass man es auffassen kann, als habe Hyrkan von den 3000 Talenten 300 Talente zum Erkaufen des Abzugs des Syrerkönigs benötigt. Bei Gelegenkeit der Bestattung Davids sagt Josephus von Hyrkan entschuldigend: ״.öffnete er, da ihm sonst keine Mittel zur Verfügung standen, eine Kammer von Davids Grabdenkmal, nahm 3000 Talente heraus und gab einen Teil davon dem Antiochus . . Von der Anwerbung von Söldnern steht dort bezeichnenderweise nichts. Der Zwang der Verhältnisse, die Notwendigkeit, das Geld für Antiochus herbeizuschaffen, soll den Hyrkan beim Leser entschuldigen. Merken wir uns, dass gerade an der Hauptstelle für den Krieg und die Verhandlungen mit Antiochus nicht davon die Rede ist, dass er von den dem Grabe entnommenen Talenten irgend etwas für Antiochus benötigte. Eine wie grosse Schuld Hyrkan durch seine Verletzung des Grabes in den Augen seiner Volksgenossen und selbst der Griechen auf sich geladen haben muss, darüber belehrt uns Josephus ausreichend bei dem Berichte von Herodes’ Angriff auf das Grab Davids. Die Oeffnung des Grabes, heisst es dort, ging in der Nacht vor sich, ,jedoch in aller Stille, damit man in der Stadt nichts davon merke“; auch Nikolaus von Damaskus, der Hofhistoriograph des Herodes, erwähne das Denkmal aus weissem Marmor, das Herodes nach seiner Untat am Eingänge des Grabes errichten liess. ״Doch berichtet er nicht, dass der König in das Grab eingedrungen sei, da er wohl weiss, wie unziemlich ein solches Benehmen ist“1) ovx €v7T^€7rrj tjJv ngäl-iv SmGfdptvog* *) Dies ist Clementz’ Uebersetzung, der ich, wenn nichts anders bemerkt wird, folge. Kaulen uberträgt ״weil er die Verdammiichkeit einer solchen Tat wohl einsieht״.