Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 411)
- Language
- German
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883 achtzig Jahren zu geben. Abgesehen von den angeführten Stellen des ersten Makkabäerbuches, sagt uns aber die besondere Her« vorhebung des ö veavi'axog an den beiden Stellen bei Josephus, die bei sonst ähnlichem Sinn in ganz verschiedene Worte gekleidet sind, dass auf das jugendliche Alter des Hyrkan hingewiesen werden soll. Auch denkt Josephus bei seiner emphatischen Schilderung von Hyrkans Glück nicht daran, ihn auch wegen seines hohen Alters glücklich zu preisen (vgl. Bellum I, 2, 8 und Ant. 12, 11, 7). Von Hyrkans hohem Alter zu sprechen, das hebt sich Josephus für seine Hohepriesterliste (Ant. XX, 10) auf; dort ist Johann Hyrkan der einzige Hohepriester, dessen hohes Alter betont wird. ״Als Hyrkan dreissig Jahre lang Hohepriester gewesen war, starb er in hohem Alter“ (Clementz) oder: ״an Altersschwäche“ (Kaulen). Sind 60, im besten Falle 70 Jahre, ein Alter, das verdient, besonders hervorgehoben zu werden? Ist es nicht mehr als sonderbar, dass bei der Darstellung der Geschichte Hyrkans Josephus nicht an sein hohes Alter denkt, und dass er sich dessen erst erinnert, als er in der Hohepriesterliste ihn zu erwähnen hat. Mir scheint die Lösung dieser auffallenden Erscheinung nicht allzufern zu liegen. Dem Josephus war die alte Überlieferung vom hohen Alter des Hohepriesters Jochanan nicht unbekannt. Da er nun, aus welchen Gründen immer, in Hyrkan den Hohepriester Jochanan sehen will, der nach vielen guten Taten und nach himmlischen Auszeichnungen im Alter Sadduzäer wurde, kommt Josephus mit den zwei Worten tsXsvtc! yr^mog in der Hohepriesterliste seinen Lesern entgegen. Bei der Schilderung der Regierung des Hyrkan, wo der Leser eben erst vernommen hatte, dass Hyrkan vor 80 Jahren noch ein Jüngling war, wäre der Widerspruch selbst für das, was ein Josephus wagen darf, ein zu offensichtlicher gewesen. V. Die modernen Geschichtsschreiber beziehen alles, was im Talmud von einem Hohepriester Jochanan berichtet wird, auf Johann Hyrkan, selbst die religiösen Einrichtungen der Mischnajot von Maasser Scheni und Sota. Manche von ihnen (vgl. besonders Schürer in seiner Geschichte des jüdischen Volkes) sind dann erstaunt über die Zwiespältigkeit im Wesen Hyrkans, wie der