Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 408)
- Language
- German
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schalmi ד/עמיד זוגות^ —, jedenfalls der früliere Inhaber der Executivgewalt, der Hohepriester Jochanan, der, mindestens der Form nach, einen Teil seiner Befugnisse dem neuernannten Nassi übertrug. Wenn es noch eines weiteren Beweises bedürfte, so wäre das Zeugnis des Jeruschalmi, dass der Hohepriester Jochanan die Suggot einführte, eine Bekräftigung der Behauptung, dass der Hohepriester Jochanan mit Onias II. identisch ist. Während man, wie gesagten dem Hohepriester Jochanan der Tekanot einstimmig einen Zeitgenossen des ersten Präsidialpaares, Jose b. Joeser und Jochanan aus Jerusalem, sieht, so lässt man den Hohepriester Jochanan, der entsprechend Berachot 29 a nach achtzigjähriger Führung der Hohepriesterwürde Sadduzäer wurde, und ebenso denjenigen, der nach Sota einer überirdischen Verkündigang gewürdigt wurde, in einer viel späteren Zeit leben und identiflziert ihn mit dem Enkel des Mattisjahu, mit dem fürstlichen Hohepriester Johann Hyrkan. Um so auffallender wird uns dieses sein, wenn wir darauf achten, dass an vielen Stellen des Talmuds der Hohepriester Jochanan neben Simon dem Gerechten genannt wird, so Joma 9 a, wo erzählt wird, dass Simon vierzig und Jochanan 80 Jahre Hohepriester war, so in Para, wo von dem je zweimaligen Herstellen der Asche der roten Kuh durch diese beiden Männer die Rede ist, so besonders in Sota, wo von der überirdischen Stimme an Jochanan neben der an Simon erzählt wird. Der unbefangene Leser dieser Stelle denkt sich diese beiden Grössen zeitlich nicht weit von einander; was ist nun der Grund, dass man den gut gekannten Schüler des Antigonos aus Socho, den Jochanan der Tekanot, übersieht und den Hohepriester der achtzig Jahre und der überirdischen Verkündigung erst in Johann Hyrkan wiederfindet, von dem im Talmud nur ein einziges Mal (Rosch Haschana 18 b) die Rede ist. Kidduschin 66 a, bei dem Berichte vom verhängnisvollen Bruche eines Königs mit den Peruschim wird der König Jannai und nicht Jochanan genannt. Nach der Antwort haben wir nicht lange zu suchen. Josippon, diese schöne Bearbeitung des Josephus, und das Sepher Hakabbala sowie die Geschichte der Könige des zweiten Tempels von R. Abraham ibn David, die ebenfalls den Josephus als Quelle haben, beeinflussten hier die jüdischen Historiker und direkt oder indirekt auch manche unserer grossen Talmuderklärer.