Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 402)
- Language
- German
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Der Hohepriester Jochanan. Von Rabbiner Dr. Bondi in Mainz. I. Am Schluss des Traktats Maasser Scheni und gegen Ende des Traktats Sota finden sich zwei fast gleichlautende Mischnajot, die uns von den Einrichtungen bezüglich der Abgabe des Zehnten, des heiligen Dienstes im Tempel und hinsichtlich der Arbeitsruhe an den Halbfeiertagen Mitteilung machen, die יוחנן כהן גדול, der Hohepriester Jochanan, entweder selbst erlas'sen hat oder deren Einführung zu seiner Zeit als nötig erachtet wurde. In Megillat Taanit 6 und an anderen Orten, besonders aber in der Festeinschaltung für Chanuka, wie sie sich in den meisten Relationen befindet bis zu den Siddurim der Gaonen R. Amram und R. Saadia, und dem Traktat Sofrim wird als Vater des Hasmonäers Mattisjahu der Hohepriester Jochanan יוחנן כ״ג genannt: ״In den Tagen des Mattisjahu, des Sohnes des Hohepriesters Jochanan, des Hasmonäers und seiner Söhne“. Im Babli Berachot 29a begegnen wir als Erläuterung zu Hilleis Ausspruch: ״Verlass dich nicht auf dich bis zu deinem Todestage״ dem bekannten Berichte יוחנן כ״ג שמש בכהונה גדולה שמנים ״ .שנה ולבסוף נעשה צדוקיDer Hohepriester Jochanan bekleidete die Hohepriesterwürde achtzig Jahre und wurde am Ende Sadduzäer“. Abbaji bemerkt dort, הוא ינאי הוא יוחנן Jannai sei mit diesem Jochanan identisch, und Raba, dessen Ansicht wir ja als die massgebende anzusehen gewohnt sind, erläutert: ינאי לחוד ויוחנן לחוד ״ ינאי רשע מעיקרו ויוחנן צדיק מעיקרוJannai und Jochanan seien ver-