Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 380

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 380)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3486266-3486277--2429-3489235
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

352 Sch wester sch ule zu Pumbeditha genoss. Diese Vorzugsstellung ergab sich schon aus dem rein äusserlichen Umstand, dass die suranische Schule eine Zeit lang das alleinige Hauptcentrum des geistigen Lebens Babyloniens gewesen ist. Es war daher natürlich, wenn bei der Begründung einer zweiten Schule diese der ersten in gewisser Hinsicht unterstellt worden ist1)« Selbst als später die suranische Schule an Bedeutung abnahm und die pumbedithanische Jeschiba sie überragte — was besonders nach dem Tode R. Hunas von Sura der Fall war — wurden ihr diese Privilegien nicht abgesprochen. Und noch zur Zeit der Geonim, als die Schule zu Pumbeditha den ersten Rang einnahm und Sura sich seine Gaouen vielfach aus Pumbeditha holen musste, hat man die ehemalige Hauptsclnile im Princip im Besitze ihres Privilegs belassen. In Sachen der Repräsentation nach aussen, bei den Volksversammlungen und Exilarcheuwählen nahm die Schule zu Sura auch fernerhin die erste Stelle ein, wie ihr auch in materieller Hinsicht der Vorzug belassen wurde, indem sie an den Gesamteinkünften mit zwei Dritteln partizipierte, bis zur Zeit, da die Schule zu Pumbeditha sie an Schiilerzahl überragte. Nunmehr kam man überein, dass die einlaufenden Untersttitzugsgelder den beiden Schulen zu gleichen Teilen zugeführt werden sollen. Also, die Vorrechte, die die suranische Schule von altersher infolge ihrer zeitlichen Priorität und ihrer ehemaligen hohen Be« deutung genoss, wurden ihr auch später, als die Verhältnisse sich geändert und ins Gegenteil gekehrt hatten, weiter belassen. (Dies wird auch von Halevy in seiner Einleitung zur Geschichte der Geonim zugegeben). Dieser Umstand hat aber nichts zu tun mit der höheren Bedeutung Suras in geistiger Beziehung. Denn wenn es in der Aufzählung der Vorzüge Suras gegenüber Pumbeditha heisst: שלא יהא גאון מפומבדיתא אלא מסורא על פי־ ראש הישיבה שלהם, dass Pumbeditha den Schulrector der suranischen Akademie entnehmen musste, so wissen wir, dass hiermit nur die *) R. Schema berichtet in seinem Sendschreiben, dass R. Juda, der Begründer und erste Vorsteher der Schule zu Pumbeditha, sich dem suranisehen Oberhaupte, R. Huna, unterordnete und ihn von Zeit zu Zeit aufsuchte. Ebenso wurde nach dem Tode R. Judas ein suranischer Gelehrter zum Schulhaupt von Pumbeditha berufen•

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.