Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 377)
- Language
- German
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349 Als weitere Quelle für die Geschichte der Geonim kommt das nach dem Sendschreiben R. Scheriras der Geonimzeit am nächsten stehende Sefer Hakabbala in Betracht. Was jedoch die historische Zuverlässigkeit dieser Quelle in den Einzelheiten anbelangt, so lässt sie so manches zu wünschen übrig. Die historischen, speziell aber die chronologischen Angaben des Werkes bedürfen einer genauen und sorgfältigen Sichtung, die nur allzuoft zur Ablehnung der Angaben führt. Für unsere Periode können daher im grossen und ganzen nur die allgemeinen Ausführungen, nicht aber die Einzelangaben des Buches Benutzung finden, welcher Umstand den Wert des Werkes weit hinter dem des ״Iggereth* R. Scheriras zurücktreten lässt. Gleich am Anfang der Zeitperiode, um die es sich hier handelt, hat sich dem Verfasser des S. H. in der Darstellung der Geschichte der beiden Schulen ein Grundfehler eingeschlichen, indem er die Leiter der beiden Jeschiboth miteinander verwechselt und die suranischen Geonim nach Pumbeditha und viceversa versetzt. Es ist diese Verwechslung wahrscheinlich auf eine falsche Vorlage zurückzuführen; nicht aber, wie manche (z. B. Rappoport) meinen, auf das Fehlen eines Wortes *im Iggereth-Texte, da nicht anzunehmen ist, dass in diesem Falle sich der Fehler bis ins dritte gaonäische Jahrhundert fortgepflanzt hätte. Auch kann der Irrtum nicht gut den Copisten zugeschrieben werden, die die Namen der beiden Schuloberhäupter verwechselt haben sollen; es wäre dann nicht zu verstehen, wie denn vom dritten Jahrhundert an die Angaben wieder richtig sind. Sefer Hakabbala unterscheidet sich vom Sendschreiben R. Scheriras auch hierin, dass es die Geonimperiode um ein ganzes Jahrhundert später ansetzt als dieser und alle von Scherira bis zum Jahre 4450 (1000 Seleucid.) angegebenen Geonim noch zu den Saburäern zählt. Nach genauer Erwägung dieser Frage und der Feststellung der Grenze der zwei aufeinander folgenden Epochen wird man auch hier nicht dem Sefer Hakabbala Recht geben können, wie es denn überhaupt ausser Frage steht, dass die Angaben Scheriras, sowohl bezüglich der beiden Schulen als auch über den Anfang der Geonimperiode, ungleich richtiger und zuverlässiger sind, als die des R. Abraham b. Daud,