Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 376)
- Language
- German
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348 gegenüber gesagt sein, der sich doch als Antwort auf die an R. Scherira ergangene Anfrage über diese Dinge nicht ausbreiten konnte. Es soll damit bloss gesagt sein, dass, indem wir auf den ״Iggereth“ als Hauptquelle für die Geonimzeit hingewiesen haben, die Angaben dieser Quelle sich — besonders bezüglich der Geonim- Periode — speziell und allein auf die historischen Daten, die die beiden Schulen betreffen, beschränken, ein Umstand, der in Anbetracht der Spärlichkeit der Nachrichten über diesen Zeitpunkt nicht genug bedauert werden kann. Dieser Unzulänglichkeit des ״Iggereth“ als Quelle für die Geschichte der Geonim steht aber nach anderer Seite der grosse Vorzug gegenüber, den es als zeitgenössisches Werk in Bezug auf die chronologischen Daten, wie über die Namen und Folgereihe der Geonim überhaupt besitzt. Ohne Scherira würde man auch in diesen Fragen, welche für die ununterbrochene Fortdauer der Tradition in Babel von grundlegender Bedeutung sind, völlig im Dunkeln sein. Wollen wir nun die Bedeutung des ״Iggereth“ zusammenfassen, so müssen hierbei zwei Umstände erwähnt werden. Das Sendschreiben Scheriras gibt uns Aufschluss über eine der wichtigsten Epochen der jüdischen Geistesarbeit, über eine Zeit, über die wir keine anderweitigen authentischen Berichte haben und die ohne den ״Iggereth“ verhüllt geblieben wäre1). Daneben muss aber auch hervorgehoben werden, dass die spärlichen Angaben Scheriras als völlig einwandfrei und authentisch gelten können, und dies aus den beiden erwähnten Gründen, weil Scherira erstens Zeitgenosse war und weil er ausserdem als Gaon und mehrfacher Gaonssprössling mit allen, die Institution des Gaonats betreffenden Verhältnissen g:enau bekannt gewesen ist. Wir können daher aus diesen Erwägungen heraus das Sendschreiben R. Scheriras als zwar spärliche, aber betreffs Verlässlichkeit erstklassige Quelle bezeichnen. wähnutig finden soll, ist ihrem ganzen Ursprünge nach zu fraglich und als zeitgenössische Quelle nicht nachgewiesen« *) Die späteren kurzen Notizen des ״Sefer Hakabbala“ und des ״Sehalscheleth hakabbala“ — ersteres von Abraham ibn Daud — basieren auf dem Scheriraschen Sendschreiben.