Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 360)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2409-3489215- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
332 In Genesis rabba 16,3 lässt R. Jehoschua aus Sichnin den Euphrat auf die Frage: Warum lässt du deine Stimme nicht hören? antworten: Ich brauche es nicht, meine Werke machen mich schon bekannt. Legt man eine Pflanzung in mir an, so wächst sie schon nach 30 Tagen, Grünes nach drei Tagen. (םרת von .T)D=fruchterzeugend.). Ygl. Friedrich Delitzsch, Im Lande des einstigen Paradieses S. 5 : ״Vor allem — schreibt derselbe — war es ein Landstrich, welcher, durch ein Labyrinth von Kanälen und Rinnen aus dem Einen Euphrat bewässert, durch wahrhaft paradiesische Schönheit entzückte, nämlich die Gegend nordwärts von Babylon, der ״Wohnung des Lebens“!), das Land etwa zwischen dem heutigen Bagdad und Hilleh. Es ist derjenige Teil Babyloniens, welchen Xenophon, Strabo, Ammian Marcelünus eingehend schildern, alle übereinstimmend in dem Lobpreis des durch Natur und Anbau gesegnetsten Landes, in der Bewunderung seines Reichtums an Bewässerung, Kanälen, Brücken, Obstfeldern, Dattelwäldern . . . Nach Berachoth 59 b wurde der Lauf des Euphrat wie des Tigris öfters durch Kanalbauten geändert. Unverändert behielt der erstere seinen Lauf bis zur Zeit R. Jizchaks bis zur Brücke von Babel, zur Zeit R. Josefs (st♦ 323) bis Hit (Aejopolis), der Tigris bis zur Brücke von Schebistana. Dem Euphrat werden durch die Kanäle so viel Wasser entzogen, dass er nach Genes, r. 16, 5 mit einer Schaufel entleert werden kann. Dies scheint schon zur Zeit des Plinius so gewesen zu sein. ״Es liegt dann so“, schreibt Herzfeld (Memnon 1907 S. 138,) ״dass der Euphrat je nachdem ihm mehr oder weniger Wasser durch die Kultur in Babylonien entzogen wird, je nachdem er Wasser in Sümpfen vorliert oder nicht, je nachdem sich aus klimatischen Gründen an den Quellgebieten sein Wasservolumen sich etwas verändert, periodisch entweder in den Sümpfen stecken bleibt oder aber zwischen den längst gebahnten Wegen zum Tigris oder zum Meere wechselt.“ 1I Vgl. Hommei, die semitischen Völker und Sprachen 1,238, Anm4 1221 über Tinitir, d. i. »Lebenssitz״, den vorsemitischen Namen von Babel.