Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 327)
- Language
- German
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m zu Asinäus und forderten ihn auf, den Frevel wieder zu beseitigen und nicht zu warten, bis Gott, der ihnen so wunderbar geholfen, sie alle für den Frevel streng bestrafe. Asinäus, welcher wusste, dass sein Bruder ihm kein Gehör schenken wurde, blieb anfangs untätig, als er aber von Tag zu Tag mehr bestürmt ward und das Geschrei zudringlicher wurde, machte er endlich seinem Bruder Vorstellungen und bat ihn, der Frau zu entsagen. Er richtete aber nichts aus. Im Gegenteil, als die Frau merkte, wohin die Vorstellungen des Asinäus zielten, mischte sie Gift unter die für ihn bestimmten Speisen und tötete ihn. Die Strafe für diesen Frevel sollte nicht ausbleiben. Nach dem Tode des Asinäus kam Aniläus an die Spitze des Heeres• Dieser griff während der Abwesenheit des Mithridates, des Schwiegersohns des Königs der Parther, dessen reiche Besitzungen an und erbeutete eine Menge Gold, Silber und Kostbarkeiten aller Art, sowie Sklaven und Vieh. Als Mithridates davon Kunde erhielt, sammelte er aus den kräftigsten jungen Leuten soviel Beiterei, als er nur konnte, und zog gegen Aniläus, um ihn und sein Heer völlig zu vernichten. Auch er wählte zum Angriffstag den Sabbath, weil an ihm die Juden feierten, aber auch er fand sich getäuscht. In stürmischer Nacht brach Aniläus mit seinen Leuten auf, überraschte Mithridates und seine Scharen‘ und brachte ihm eine völlige Niederlage bei. Mithridates wurde gefangen; die Leute des Aniläus wollten ihn töten, dieser aber hielt sie von ihrem Vorhaben ab, denn, so führte er aus, wenn wir ihn töten, werden wir den Unwillen seines Schwiegervaters, des Partherkönigs Artaban, erregen und er könnte es vielleicht die Juden seines Beiches büssen lassen. Wir wollen ihm das Leben schenken und uns dadurch seine Dankbarkeit sichern. Mithridates kehrte nach Hause zurück. Er war bereit, keine Schritte gegen Aniläus zu unternehmen, aber seine Frau, die Tochter des Partherkönigs, konnte den Schimpf nicht ertragen, und so lange drängte sie in Mithridates, bis er sich dazu aufraffte, ein gewaltiges Heer zu sammeln und gegen Aniläus zu ziehen. Als Aniläus davon Kunde erhielt, verlor er den Mut nicht. Unerschrocken zog er dem Feinde mit seinen mutigen, geübten Scharen entgegen. Als sie aber bei einem langen Marsche durch ödes, dürres Land zogen, und das Heer vor Durst lechzte, zeigte sich plötzlich Mithridates. Er hatte mit den halb