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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 325

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 325)
Language
German
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ז29 weil sie immer zu spät zur Arbeit kamen, und züchtigte sie streng! Die Strafe erschien beiden als die höchste Schmach, und so er^ griffen sie die Waffen, die sie im Hause vorfanden. und eilten nach einer Stelle, wo der Fluss sich teilt und wo sich fruchtbare Wiesen nebst Ueberfluss an Getreide als Wintervorrat befand. Hier scharten sich bald alle jungen Leute, die nichts zu verlieren hatten, um sie; diesen gaben sie Waffen, Hessen sich von ihnen zum Anführer ausrufen und dienten ihnen zum Muster in allen Schlechtigkeiten. Da ihnen nämlich an dieser Stelle niemand beikommen konnte, so verschanzten sie sich daselbst, schickten einige von ihnen zu den Hirten und legten ihnen soviel Lebens* mittel, wie sie bedurften, als Tribut auf, indem sie das Versprechen gaben, sie würden sich als ihre Freunde beweisen und sie gegen jeden Angriff schützen. Da den Hirten nichts anderes übrig blieb, gehorchten sie ihren Befehlen und lieferten Schafe, so viel sie nur begehrten .... Als aber der babylonische Statthalter von ihrem Treiben Nachricht erhielt, wollte er sie gleich im Entstehen unterdrücken, ehe sie einen grösseren Schaden anrichten könnten. Er zog daher in aller Eile so viel Mannschaft aus dem parthischen und babylonL sehen Heere, als er nur konnte, zusammen und brach in Eilmärschen auf, um sie zu überraschen. Er liess die Niederung umzingeln und verhielt sich ruhig bis zum folgenden Tage. Dieser war ein Sabbath, an dem sich die Juden von aller Arbeit enthalten, und da er deshalb meinte, der Feind werde keinen Kampf aufzunehmen wagen, sondern sich ohne Schwertstreich gefangen geben, rückte er ganz langsam vor, um sie unversehens anzugreifen. Asinäus aber bemerkte ihr Vorhaben, kam ihnen zuvor, verscheuchte die Bedenken seiner Mannschaft und brachte ihnen eine volle Nieder* läge bei. Als der Partherkönig hiervon Kunde erhielt, wünschte er voll Verwunderung über die Unerschrockenheit der beiden Brüder sie zu sehen und zu sprechen, aber nur der jüngere leistete der Einladung Folge, während der ältere bei dem Heere blieb. Ani* läus fand eine ehrenvolle Aufnahme am Hofe des Königs und dieser bestimmte ihn, auch seinen älteren Bruder zu veranlassen, vor ihm zu erscheinen; er reichte ihm seine Hechte als Bürgschaft, dass beide wieder unversehrt zu ihrem Heere zurückkehren würden•

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