Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 323)
- Language
- German
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von der aus geistiges Leben über Israel hinströmte, zerfiel, und Unwissenheit griff um sich; da erschien Hillel der Baby« Ionier in Jerusalem. Hillel hatte seine Gelehrsamkeit sich zumeist bei den Thoragelehrten Babyloniens angeeignet, er erscheint als Retter des Volkes und der Gottesreligion, er wurde an die Spitze der Hochschule gestellt, wurde Nass!, der Fürst Israels und verbreitete im Verein mit Schammai wieder Thorawissen in Israel. Als zum dritten Mal aus Babylonien für Palästina Hülfe entstand, war der Tempel bereits gefallen und Israel hatte zum letzten Mal unter Bar Kochba gegen Korns Gewaltherrschaft gekämpft und Tausende und Abertausende seiner Glieder verloren. War nach der Zerstörung des Tempels von den Körnern ein dürftiger Rest Israels in seinem Lande gelassen worden, so griff nach dem Bar Kochba-Kampfe eine andere Taktik Platz. Die Römer vertrieben die Juden aus dem eigentlich jüdischen Lande, aus Judäa, dem Süden Palästinas, und die Unglücklichen suchten sich neue Wohnsitze zumeist in Galiläa, dem Norden Palästinas, auf. Dort entstanden neue Ansiedlungen, neue Dörfer, neue von Juden bewohnte Städte. Aber die Sorge um die Schaffung dieser neuen Existenzen, die Schwierigkeiten, die den neuen Ansiedlern sich in den Weg stellten, gestatteten keine Beschäftigung mit der Gotteslehre; und wenngleich gerade damals die nach Sepphoris verlegte Hochschule in höchster Blüte stand, denn R. Jehuda Hanassi, der hervorragende Gelehrte und Fürst, batte ihre Leitung in Händen, so fehlten doch in den einzelnen Städten und neu entstandenen Gemeinden Lehrer, die das Volk unterrichteten. Da kam aus Babylonien K. Chija mit seinen Söhnen und einem grossen Gelehrten-Gefolge nach Palästina und sie richteten Schulen in den vielen neuen Gemeinden ein, sie lehrten und verbreiteten die Thorakenntnis, die sie aus Babylonien mitgebracht hatten und die eins war mit der auch in Palästina von dem Synhedrium vertretenen und gelehrten. Geht schon aus diesen historischen Tatsachen hervor, dass in Babylonien von jeher, seitdem dort überhaupt Juden wohnten das Thoralernen und Thoraleben blühte1), dass mithin keineswegs 1) Siehe Doroth Harischomm 1c S. 102 ff.