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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 321

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 321)
Language
German
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dem Namen nach bekannt, weil aus jener Zeit keine Meinungsverschiedenheiten übrig geblieben sind, alle sich ergebenden Zweifel sofort durch die Mehrheit entschieden und als fertige Kntseheidüngen ohne Autoren-Namen in dieMischna aufgenommen wurden. Wir brauchen aber gar nicht diese allgemeine Rechtfertigung (gegenüber der Rapoportschen Frage nach den Namen); denn in Wirklichkeit kennen wir eine Reihe von Gelehrten Babyloniens. Diese Kenntnis wird es uns auch ermöglichen, vieles Dunkle zu erhellen und vieles im Talmud und der Geschichte zu erklären. Dem Thema dieses Teiles unserer Geschichte entsprechend, wird es, da wir ja bereits allgemein die Sache erklärt haben, geniigen, hier besonders über die Gelehrten Babyloniens aus der letzten Zeit, nämlich die Zeitgenossen R. Meirs, R. Joses, R. Simons, R, Judas, des vorletzten Tannaim-Gesehlechtes, über die Zeitgenossen des Rabbi, R. Elasar b. Simon, des letzten Geschlechtes der Tannaim und der ersten Amoraim, die Rab vorfand, als er nach Babel kam, zu sprechen. Das wird uns bereits in den Stand setzen zu erkennen, was in Babel vor Rab und Samuel an Thora״ wissen vorhanden war. Sie lebten mit wenigen Ausnahmen unter glücklichen politischen Verhältnissen, hatten grosse eigene Gemeinwesen, grosse jüdische Centren, in denen sie vereint waren, standen unter eigener Gerichtsbarkeit, hatten ein anerkanntes Oberhaupt an ihrer Spitze; es war ihnen also, wie keinem anderen Teil des zersprengten Israel, Gelegenheit gegeben, die Gesetze der Thora, die sie aus dem Schiffbruch des Staates gerettet hatten, zu heiligen und sie für die kommenden Geschlechter zu erhalten. So kräftig schlug der Puls des Thoralebens in Babylonien, so herrlich blühte dort das Studium des Gesetzes und füllte mit Religionskenntnis fast alle Glieder des Stammes, dass nach einem Be• richte unserer Weisen im Talmud (Sukka 20) dreimal im Laufe der Zeiten von Babylonien aus dem bedrängten und verschwindenden Thoraleben in Palästina Hilfe und Aufrichtung wurde. Das erste Mal in früher Zeit, etwas üb»»r 00 Uhre nach der Zer- Störung des ersten Tempels. Als Israel mit Erlaubnis des Cyrus nach Palästina zurückgekehrt war, als wieder der Tempel sich erhob und sich abermals in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen entwickelte, ging die Religion Israels immer mehr und mehr zu*

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