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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 320

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 320)
Language
German
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292 Und das nicht allein. In der Mischna Sanhedrin 4,4 heisst es: ״Drei Reihen von Gelehrten sasseri vor ihnen . . .; war eine Ordination nötig, so ordinierte man von ״ihnen..Auch dieses waren grosse Gelehrte, denn aus ihnen ergänzte man ja die Zahl der Synhedrialmitglieder, auch ben Assai gehörte zu ihnen. Vielleicht kann Rapöport ausser den Vorgenannten auch noch von ihnen eine ansehnliche Zahl namhaft machen. Allein es ist klar. Da wir keine Spezialquellen für die Geschichte selbst haben, wir alles nur aus den Verhandlungen über die Halacha, wie sie in Mischna, Tossefta und Gemara enthalten sind, schöpfen können, und auch davon nur das Hauptsächlichste, das Endresultat sich in unserem Besitz befindet, so ist es natürlieh, dass auch von den Gelehrten der höchsten Behörde Israels nur die Namen einzelner besonders Hervorragender erhalten sind. Demnach ist es selbstverständlich, dass von den grossen Gelehrten, die in Babylonien lebten, —־ woselbst sich damals keine Hochschule befand, von wö aus über strittige Fragen keine end־ gültige Entscheidung für ganz Israel ausgehen konnte, wo Ent- Scheidungen sich nur auf den besonderen Fall, nicht aber auf die Zukunft für die Allgemeinheit sich bezogen, — naturgemäss kein Bericht für uns Zurückbleiben konnte. Denn das dort gepflegte Studium beschränkte sich darauf, den heranzubildenden Schülern die Ordnung der Tradition, die Erklärung ihres Inhalts, ihre Quellen etc. beizubringen. Ja, sogar wenn Hillel immer in Babel geblieben wäre, wenn er nicht zufällig nach Palästina gekommen und dort zum Nassi gemacht worden wäre, hätten wir auch von ihm nichts gewusst. Nur dadurch, dass er nach Palästina kam, wurde er uns bekannt, erfuhren wir von seiner Bedeutung sowie davon, dass er bei seinem Erscheinen in Palästina der erste auch unter den palästinensischen Gelehrten war. Das ist auch der Grund dafür, dass auch die Namen der palästinensischen Gelehrten, die während der Zeit des zweiten Tempels lebten, uns fehlen; nur die ״Suggaus“ werden genannt d. h. die Gelehrten-Paare, die in jeglichem Zeitalter an der Spitze standen, der Nassi und der Ab Beth-Din, wie Jose b. Joeser und Jose b. Jochanan, Josua b, Perachja und Nittai der Arbeli, Jehuda b. Tabbai und Simon b. Schetach, Schmaja und Abtalion; ihre zahlreichen grossen Kollegen jedoch aus jener Zeit sind uns nicht einmal

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