Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 318)
- Language
- German
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290 Palästina Ab Beth-Din wurde in dem grossen Lehrhause für ganz Israel, in dem Lehrhause, in welchem die ersten der Zeit, R. Meir, R. Juda, R. Simon, R. Jose, R. Simon b. Gamliel und deren Kollegen tätig waren, bei wem hatte er gelernt und von wem hatte er Traditionen in Babylonien empfangen, wenn es nicht sich so verhält, wie R. Scherira überliefert, ״dass obgleich dort (in Babylonien)keine Hochschulen waren, man doch Thorawissen verbreitete, und man von Anfang an die Kenntnis der Thora nach allen ihren Abzweigungen, die einheitliche Thora für ganz Israel besass“. Allein abgesehen von allen diesen Verhältnissen in Babylonien, auf die wir noch zurückkommen werden, hätte Rapoport aus seinen eigenen Worten auf die Wahrheit der Überlieferung Scheriras kommen müssen. Im Jer. Cballa 4,4 heisst es nämlich : ״Es lehrte R. Jochanan: Unsere Lehrer im Exil (Babylonien) sonderten Truma und Maasser ab, bis die Rubbin kamen und es störten. Was versteht man unter Rubbin? Die Targeraunia“. Rapoport erwähnt im Erech Mullin (s. v. Amora 6) zuerst die Erklärung Michael Sachs" zur Stelle und weist sie zurück, dann fährt er (ibid. 9) fort: ״Deshalb scheint der Sinn jener Jeruschalmi-Stelle ein anderer zu sein. Mit ״Rubbin“ wurden diejenigen bezeichnet, die zur Zeit Rabbis und R. Jochanans nach Babylonien auszuwandern begannen. Drei von ihnen kennen wir mit Namen, nämlich Levi, Rab und Rabba bar bar Ghana. Diese Auswanderung ist deshalb bemerkenswert, weil es in früherer Zeit nicht vorkam, dass ein Gelehrter aus Palästina ״der Stätte, in der die mttndliehe Lehre gelehrt wurde“ nach Babylonien, ״das damals noch leer war von j egl ieher Th0ra“ auswanderte. Diese drei wanderten noch in ihren Jugendjahren aus; denn sie lebten eine lange Reihe von Jahren in Babylonien! Die Auswanderung war ihnen auch leichter, so lange sie noch unverheiratet waren. Sagt doch auch R. Jochanan in Kidduschin 29, dass man in Palästina erst lernt und sich dann erst verheiratet, meistens zwischen dem 30. und 40. Lebensjahre. Es liegt auch nahe, dass noch mehr Jünglinge aus der Schule Rabbis mit Rab nach Babylonien zogen. Diese alle bezeichnet R. Jochanan mit dem Namen ״Rubbin“. Später fragt man im Jeru-