Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 316)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2365-3489171- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
288 Wenn es sich nun so verhält, dass inan bei der Erneuerung des Sanhedrin, also gleich nach Aufhören der Verfolgungen, den ß. Nathan zun! Ab־Beth־Din machte und er vorher, also während der Verfolgungen, in Babylonien lebte und von dort aus das traurige Los seiner Brüder beklagte, so muss er doch bei seinem Eintreffen in Palästina sein ganzes Wissen aus Babylonien mitgebracht haben, muss er es sich dort in solchem Masse angeeignet haben, dass er Ab־Beth־Din im grossen Synhedrin werden konnte, an der Stätte, an welcher ein R. Meir die Würde des Cbacham bekleidete, die unter der des Ab-Beth-Din stand, wie es aus Horioth 13 hervorgeht. (S. סוף ימי תנאים Abschn. 8 und Anmerk.) Merkwürdigerweise führt Weiss selbst (Teil II S. 144) aus: ״Jetzt nach Beendigung der Verfolgung wählten sie Uscha aus, um sich dort zu versammeln und über die Zukunft zu beraten. Die Ersten unter den dort Versammelten waren die noch übrig gebliebenen Schüler R. Akibas, nämlich R. Meir, R. Jehuda b. Hai, R. Jose b. Chalafta, R. Simon b. Jochai, R. Nehemia, R. Elasar b. R. Jose Haglili, R. Elasar b. Jacob״. Dem fügt er dann auf S. 170 hinzu. ,Es ist fast überflüssig zu bemerken, dass R. Nathan seinen ganzen Wissenschaftliehen Verkehr mit dem Gelehrten Uschas hatte, mit denen er diskutierte; es ist dies auch natürlich, denn mit wem sollte denn sonst der Ab Beth־Din diskutieren, wenn nicht mit den Gliedern des Beth-Din.“ Er war mithin ebenbürtiger College der Haupt gelehrten Uschas, der Häupter ihrer Zeit, des R. Meir, R. Jehuda, R. Jose, R. Simon usw., der Schüler jener Gelehrten, die während der Hadrianischen Wirren das Zeitliche gesegnet hatten. Unter ihnen und als ihr Ab Beth-Din war B. Nathan tätig. Wie ja Weiss selbst sagt: ״Als das Sanhedrin sich in Uscha erneuerte, erhob man den R. Nathan zum Ab Beth-Din und R. Nathan war auch würdig infolge seines hohen Wissens und seiner Charaktereigen־ schäften“. Trotzdem sagt er im dritten Teil, dort wo er über Babel spricht, gerade das Gegenteil mit den Worten: ״Nur das wissen wir. dass der Resch Galutha zu jener Zeit, als R. Simon b. Gamliel das Patriarchat bekeidete, seinen Sohn R. Nathan Hababli nach Palästina schickte, damit er Thora lerne, ohne