Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 313)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2362-3489168- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
285 ״Da aber Rabbi Hirsch Chajoth zwei vermeintliche Beweise ans irgend welcher Baraitha in Babylonien fand, wendet sich Rapoport gegen ihn und bemerkt: ״Auch nach meiner Ansicht fing ja das Studium des Talmuds (mündliche Lehre) mit dem Vater Samuelsund Levi an. Levi aber ist bekannt als Verfasser von Baraithas und ebenso Rab und Samuel“. Aber es ist unbegreiflich, warum er sich nicht fragte, wo hat denn der Vater Samuels sein Thorawissen erhalten? Levi war Schüler Rabbis und empfing von ihm Traditionen; wo hat jedoch der Vater Samuels, der viel älter als Bab war, seine Thora erhalten, er, der sich in Babylonien aufhielt? Es ist doch sicher, dass er nicht lange in Palästina weilte und weder Schüler Rabbis noch sonst irgend eines palästinensischen Tanna war. Frankel will sogar (Mebo Hajruschalmi 58) behaupten, dass der Vater Samuels überhaupt nicht in Palästina war, und sagt: ״Wir finden nirgends von ihm, dass er nach Palästina zog“. Und wenn er auch hierin nicht recht hat (s. Abschn. 19), so ist doch das ausser allem Zweifel, dass der Vater Samuels nur zufällig nach Palästina kam und dort nicht zu den Füssen der Gelehrten sass. Und noch mehr. Samuel, der Zeitgenosse Rabs, der seit dem Erscheinen Rabs in Babylonien als dessen ebenbürtiger College galt und dessen Überlieferungen zur Mischna denen der ersten Amoraim gleichwertig sind (siehe סוף ימי התנאים פי־א), hat sicher den grössten Teil seines Wissens in Babylonien von den ihm vorangehenden Gelehrten erhalten, die dem letzten Tannaimgeschlechte, den Zeitgenossen Rabbis, angehören. Rapoport selbst bemerkt imErech Millin (״ :(ערך א״י אות י״חJetzt wird uns der Grund klar, warum הלבתא ברב באיסורי וכשמואל בדיני. Rab kam aus Palästina, wo es den Juden nicht gestattet war, nach eigener Gerichtsbarkeit zu leben, Samuel jedoch war stets in Babylonien und hat fast nie sein Heimatland verlassen, wie wir das gegenüber dem späteren Berichte, dass Samuel Arzt Rabbis war, dargetan haben“. Ebenso schreibt nach ihm Frankel im Mebo Hajr. s. v. Samuel: ״Es scheint, dass Samuel überhaupt nicht nach Palästina kam*. Und ebendaselbst S. 65 s. v. R. Ba: ״Er zog nach Babylonien