Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 310)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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282 Wir verstehen es daher, wenn die Propheten fast immer nur ihre Stimme gegen Götzendienst erheben, fast nie über die Verletzung der einzelnen Gesetze der Thora klagen und höchstens Volk nicht aus so weiter Ferne zusammenströmen konnte. Ueberhaupt heiligte man den Sabbath durch die strengste Arbeitsenthaltung während des ersten Tempels ebenso wie während des zweiten und später. Wenn Nehemia (10,1) das Volk ermahnt, am Sabbath auch keine Lebensmittel von Heiden zu kaufen, so geht daraus hervor, dass jede andere geschäftliche Tätigkeit ruhte, und wenn Jesaja (Kapitel 58) ausruft: אם תשיב משבת רגלך עשות חפצך ביום קדשי וקראת לשכת ענג לקדוש ד., מכבד וכבדתי מעשות ררכיך ממצוא הפצך ודבר דבר אז תתענג על ובו׳, so ersehen wir daraus, dass man auch zur Zeit des ersten Tempels durch Enthaltung von jeder geschäftlichen Tätigkeit in Wort und Tat nach der Wonne des Sabbaths strebte. Es scheint auch die Einrichtung bestanden zu haben, dass man vor Eintritt des Sabbaths an allen Toren Jerusalems läutete und dadurch dem Volke das Zeichen gab, dass jetzt jede Arbeit aufzuhören habe. So ist das וצללז שערי ירושלם מלפני שבת ואמרו ויסגרו הדלתות zu verstehen. Wie man ferner auf die תקנות דרבנן in ältester Zeit achtete, geht auch daraus hervor, dass schon Jose b. Joeser und Jose b. Jochanan über die Frage diskutieren, ob die סמיכה bei Opferungen am י״ט vorzunehmen sei, dass man während der syrischen Verfolgungen jemanden mit dem Tode bestrafte, der am Sabbath ritt, dass man das Flötenspiel im Tempel am Sabbath und Feiertag unterliess usw. Ganz besonders aber geht es aus der Strenge hervor, mit der man auf מוקצה achtete. Dieses rabbinische Gesetz stammmte aus sehr alter Zeit, jedenfalls aus der Zeit des ersten Tempels. Zur Zeit Nehemias erforderten es die Zeitverhältnisse, dass man die Bestimmungen über מוקצה bedeutend verschärfte; als die Verhältnisse es wieder erlaubten, führte man in 3 Etappen wieder Erleichterungen ein, bis man es auf seine ursprüngliche Gestalt wieder zurückgebracht hatte. Mit welchem Ernste das Volk an מוקצה hielt, beweist am deutlichsten die Tatsache, dass 1000 Juden, welche sich vor den Verfolgungen der Syrer in eine Höhle geflüchtet hatten, sich nicht dazu verstanden, den Eingang der Höhle mit Steinen zu verrammeln, weil die Uebertretung dieses איסור מוקצה ihnen nicht mehr das Leben retten konnte. Ebenso wird in Beza 25 von Schmaja und Abtalion Zeugnis erbracht über einen entfernten Zweig von מוקצה. Zur Zeit Hyrkans bestätigte der römische Statthalter Dolabella den Juden Kleinasiens die Befreiung vom Kriegsdienste, weil sie am Sabbath weder Waffen tragen noch weit gehen dürfen und die Erreichung erlaubter Speisen mit Schwierigkeiten verknüpft war. Die Berechtigung bestand seit jeher, sie wurde nur von dem jeweiligen Statthalter bestätigt. Die Rücksichtnähme auf das Gehen in die Ferne ist Rücksichtnahme auf einen יאיםור דרבנן der demnach so allgemein beachtet wurde, dass er auch den Heiden bekannt war. Auf טומאת משקין לטמא אחרים, das דרבנן ist, nimmt schon Chaggai (Cap. 2) Bezug.