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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 309

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 309)
Language
German
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281 zu haben. Es waren immer nur wenige, meistens hochgestellte Persönlichkeiten, Fürsten, Könige, welche einen beträchtlichen Teil des Volkes zum Götzendienste verleiteten; aber auch diese Verführten wichen trotz ihres Götzendienstes nicht von den sonstigen Geboten der Thora in ihrem Leben ab, ja nicht nur diese erfüllten sie, sondern auch die Anordnungen der Gelehrten, die zum grossen Teil schon aus der Zeit des ersten Tempels stammen, hielten sie mit heiliger Scheu1). 1j Halevy führt uns (Doroth Harischonim Ic, 311—357) eine lange Reihe unumstösslicher Beweise dafür an, dass während der Zeit der beiden Tempel auch תקנות דרבנן und Traditionen dem Volke so in Fleisch und Blut übergegangen waren, dass deren Befolgung allen als selbstverständlich galt. Wir wollen nur einige herausgreifen Als man Johann Hyrkan, der etwa 200 Jahre vor der Zerstörung des Tempels lebte, den Vorwurf machte, dass seine Mutter Kriegsgefangene gewesen sei, er daher die Hohepriesterwürde niederlegen müsse, handelte es sich um Beachtung einer rabbinischen Verordnung. Und so selbstverständlich galt allen einschließlich des Königs die Befolgung dieser Verordnung, dass selbst Hyrkan nicht gezögert hätte, seine Hohepriesterwürde niederzulegen, wenn der ausgesprochene Verdacht sich bewahrheitet hätte. In den Büchern gegen Apion 1,22 erzählt uns Josephus, dass der Grieche Theophrast aus der Zeit nach den Ansche Kenesseth Hagdolah berichtet, dass die Einwohner von Tyrus als Ausdruck des Eides von den Juden das Wort קרבן angenommen hätten, ein Wort, das auch den Juden nur aus der Tradition als Ausdruck des Schwures gelten konnte. Der Prophet Jirmijah erhebt seine Stimme gegen die Entweihung des Sabbaths, die sich einige erlaubt haben mochten, und er hebt besonders das Tragen am Sabbath hervor (17, 21): בהאמרה׳ תשמרו בנפשותיכם זאל תשאז משא ביוש השבת והבאתם בשערי ירושלים ולא תזציאל משא מבתיכם ביום השבת וכל מלאכה לא תעשו וקדשתם את יום השבת באשר צליתי את אבותיכם. Zuerst rügt er das Tragen von ausserhalb der Stadt in das Innere derselben, was מדאורייתא verboten war, und nachher das Tragen von den Häusern auf die Strasse, was nur ein Verbot der רבנן war; denn Jerusalem galt als כרמלית. Es war also schon zur Zeit Jirmijahus das Volk von jeher daran gewöhnt, diese מצות דרבנן zu beobachten. Wie sehr man sich an heiliges Leben gewöhnte und nicht nur die »n der Thora angegebenen, sondern auch die durch Gewöhnung und Tradition übernommenen Pflichten beobachtete, geht auch aus der Heiligung des Neumondes hervor. Schon zur Zeit des ersten Tempels enthielt man sich an ihm der Arbeit, trotzdem ein diesbezügliches Verbot in der Thora nicht vorhanden ist, und man benutzte den arbeitsfreien Tag, um beim Propheten und Lehrer sich zu Lehrversammlungen zusammenzufinden und durch Studium das religiöse Leben zu fördern. Zu demselben Zwecke wurde auch der Sabbath benutzt, an dem aber, wegen der strengen Sabbathgesetzet das

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