Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 298)
- Language
- German
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270 entgegengehalten, dass es nicht von ihnen abhänge, das Bürgerrecht in dieser Gemeinde מaufzukündigen“ 1). ״Die gesamte Judenschaft zu Krakau“ schuldete 1656 dem Grafen Adam Wratislaw von Mitrowitz 12000 poln. Gulden, weshalb sie nach mehreren ihr gewährten Zahlungsfristen durch eine öffentliche Citation nach Neisse beschieden wurde2). Joachim Jonas und Joseph Lauda, Ael teste der jüdischen Gemeinde zu Krakau, bekennen unterm 15. März 1690, dass ihnen die Erben des Gottfried Krause in Breslau ״diejenige silberne und mit Gold belegte Krone, welche in die Judenschule zu Krakau gehörig und bei dem Krause versetzt gewesen, nach Auslösung derselben wiederum ohne Schaden und Mängel ausgehändigt haben“3). Am 5. Januar 1705 kam zwischen dem Ob er r ab bin er Sc 11aul4 5) zu Krakau und seinem Sohne Hirschei Schaul einerseits und Abraham Jacob, Juden-Aeltesten von Br i sk e in Litauen, sowie Abraham Isaak, Juden-Beisitzer daselbst, andererseits, unter Vermittlung des Breslauer Rats folgende Einigung zustande: Der Oberrabbiner, zu dessen Gunsten der Kaiser unterm 16. November 1704 verfügt hatte, ihm wider seine Schuldner ״die Justiz gehörig zu administriren“, soll auf seine ״viele tausend Taler“ betragende Forderung, die er auf Grund von ״Membranen“ö) an die j lidisc 11 e Gemeinde zu 1j Lib. ad Com. et Bar. (XV), B\. 148 b—149. Es handelt sich hier allerdings nur um einen Fall, der aber als typisch gelten kann. 2) Signaturb. v. J. 1656, Bl. 64 a. 8) Signaturb. v. J. 1690, Bl. 14. 4) Genauer Schaul Hirschei (Signaturb. v. J. 1704, Bl. 136 b), ein Verwandter des rühmlich bekannten R. Samson Wertheimer, Kaiserl. und Königl. polnischen Hoffaktors in Wien. Dieser erwirkte ihm 1704 beim Kaiser die Erlaubnis zum Aufenthalte in Breslau und obrigkeitliche Hilfe bei Eintreibung seiner Schuldforderungen. Nach dem Abzüge der Schweden aus Polen, aus deren Händen der König von Polen ihn durch seine Truppen habe ״gleichsam entreissen lassen“, werde er dorthin zurückkehren (Bresl. Börsenarch. Nr. 86, Bl. 106—109 a). Da die Kriegsunruhen fortdauerten, finden wir ihn mindestens noch im Jahre 1710 in Schlesiens Hauptstadt, wo er der begütertsten Klasse der dortigen Juden zugezählt ward. (Das. Nr. 91, Bl. 460 der zweiten Zählung). 5) =י= Schuldbriefe, vgl. hierüber Bloch in: Festschr. zum 70. Geburtst. A. Berliners. (Frkf. a. M. 1903), S. 50 ff.